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Drei Rheinland-Pfälzer in Istanbul getötet "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen"

Unter den Toten des Selbstmordanschlages in Istanbul sind auch drei Menschen aus Mainz und Bad Kreuznach. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) verurteilt den Anschlag.

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2:48 min | Mi, 13.1.2016 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen RP

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Politische Reaktionen auf Anschlag in Istanbul

Trauer überschattet Tagesgeschäft

Die Spitzenpolitiker aller Landtagsparteien in Rheinland-Pfalz zeigen Anteilnahme für die Opfer des Terroranschlags in Istanbul. Der Innenminister sorgt sich um die Sicherheit bei der nächsten Großveranstaltung.

Bei den Opfern handelt es sich unter anderem um ein Ehepaar aus Mainz-Bretzenheim, 61 und 59 Jahre alt. Auch ein 73-jähriger Mann aus Bad Kreuznach kam ums Leben. Seine Ehefrau erlitt schwere Verletzungen. Sie wird in einer Klinik in Istanbul behandelt. Die Angehörigen seien informiert worden, sagte ein Polizeisprecher in Mainz.

"Unsere Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen der Opfer. Wir verurteilen diesen abscheulichen Terroranschlag auf das Schärfste", sagte Ministerpräsidentin Dreyer am Mittwoch. Auch CDU-Landeschefin Julia Klöckner, die aus Bad Kreuznach stammt, zeigte sich bestürzt: "Unvorstellbar, welch Leid und Trauer nun über den betroffenen Familien liegen."

Familienministerin Irene Alt (Grüne) zeigte sich ebenfalls betroffen: "Terror gegen eine Reisegruppe in Istanbul, das ist unfassbar", sagte Alt. "In Gedanken bin ich bei den Familienangehörigen und Freunden der Opfer, es ist so schrecklich."

"Ein bitterer Moment, die Stadt ist bestürzt"

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) will auch nach dem Terroranschlag bewusst an der bevorstehenden Fastnacht festhalten. "Ein bitterer Moment, die Stadt ist bestürzt", sagte Ebling.

Er betonte: "Für den Rosenmontag will ich das bewusst sagen: Die Botschaft ist und muss auch sein, dass wir feiern wollen und dass man das angstfrei tun kann." Die "sehr ausgereiften" Sicherheitskonzepte würden aber noch einmal geprüft. Rund eine halbe Million Gäste kommt pro Jahr zum Rosenmontag.

Heimatgemeinden der Opfer trauern

"Ganz Bad Kreuznach trauert", teilte die Oberbürgermeisterin von Bad Kreuznach, Heike Kaster-Meurer (SPD), mit. Die Menschen seien erschüttert. "Wir hören in den letzten Monaten so viel von Terroropfern in aller Welt, aber wenn es Bürger unserer Stadt trifft, ist es noch schlimmer."

"Wir sind tief erschüttert und sehr traurig über diese schlimme Nachricht", teilte der Bretzenheimer Ortsbeirat in einer gemeinsamen Erklärung mit. "Wir werden uns von Mord und Gewalt nicht einschüchtern lassen und an den Grundwerten unseres gemeinsamen Zusammenlebens in Frieden und gegenseitigem Respekt unverrückbar festhalten. Dies schließt ausdrücklich die Hilfe für Bedürftige, egal welcher Religion, Hautfarbe oder Nationalität mit ein."

Reisegruppe aus dem gesamten Bundesgebiet

Die Opfer des Anschlags in Istanbul waren nach Angaben des Berliner Reiseveranstalters Lebenslust Touristik auf einer Drei-Länder-Erlebnisreise und kamen aus dem gesamten Bundesgebiet. Insgesamt zählte die Reisegruppe 33 Mitglieder, teilte der Sprecher des Reiseunternehmens mit.

Ein Teil dieser Reisenden habe an einem Gruppenbesuch der Wahrzeichen Istanbuls teilgenommen. Auf dieser Tour lag auch der Anschlagsort in der Nähe der Hagia Sophia und der Blauen Moschee.

Gezielter Anschlag auf Deutsche denkbar

Der Grünen-Sicherheitsexperte Omid Nouripour hält es für möglich, dass die vielen deutschen Anschlagsopfer kein Zufall sind, "wenn man sich anschaut, dass Das sagte er dem SWR am Mittwoch.

Insgesamt gab es nach türkischen Angaben zehn deutsche Opfer und 15 Verletzte. Die örtlichen Behörden gehen davon aus, dass der ebenfalls getötete 28-jährige Attentäter dem sogenannten Islamischen Staat angehörte.


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