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Ausgefallener Rosenmontagsumzug Trierer Narren feiern nach

Rosensamstag statt Rosenmontag, 19.11 Uhr statt 11.11 Uhr: In Trier haben die Narren ihren ausgefallenen Fastnachtsumzug nachgeholt - wenn auch in leicht verkürzter Form.

Ein Motivwagen zieht am 13.02.2016 beim nächtlichen Karnevalsumzug durch Trier

Kein Sturm, aber ordentlich Regen beim nachgeholten Zug

Rund 1.300 Narren zogen in gut 70 Gruppen von 19.11 Uhr an bei strömendem Regen durch die Innenstadt. Trotz des schlechten Wetters säumten tausende Zuschauer die Zugstrecke, die von Trier Süd bis zur Porta Nigra reichte. "Einen Abendumzug in der Fastenzeit in Trier, so etwas wird es wohl sehr lange nicht mehr geben", sagte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK), Andreas Peters. Das Fazit nach dem verspäteten Rosenmontagszug fiel in jedem Fall positiv aus: "Wir haben eine Top-Resonanz", so Peters. Es sei "ein einmaliges Ereignis" gewesen.

Besonders hohe Kamelle-Dichte

Mit Blick auf den gewählten Termin sagte der ATK-Chef, man habe so schnell wie möglich starten wollen, "weil viele Gruppen kurzfristig ihre Wagen auf Tieflader oder Anhänger bauen und auch wieder abbauen müssen". Auch die obligatorischen Süßigkeiten, die von den Wagen geworfen werden, habe man nicht lange liegenlassen können, sagte Zugleiter Stefan Feltes - was den Zuschauern am Samstag zugute kam: Aufgrund der verkürzten Zugstrecke gab es besonders viel aufzusammeln.


Polizei und Ordnungskräfte hatten nach eigener Aussage am Sicherheitskonzept des ausgefallenen Rosenmontagszuges festgehalten. So gab es an der Strecke Videoüberwachung, zudem hatten die Polizisten sogenannte Bodycams dabei - Videokameras an der Uniform. Damit sollten mögliche Straftaten dokumentiert werden.

Die ATK hatte den Zug am Rosenmontag wegen des Sturms absagen müssen, ebenso wie die Mainzer Fassenachter und viele kleinere Karnevalsgesellschaften an der Mosel, im Hunsrück und in der Eifel. Zeitweise wurden in Trier am Montag Windgeschwindigkeiten von über 100 Kilometern pro Stunde gemessen.

Bistum zeigt sich verständnisvoll

Für den Nachholtermin des Zuges hatte auch das Bistum Trier Verständnis geäußert. Es sei mit Sturm und Regen ja schließlich höhere Gewalt gewesen, die dies am Rosenmontag verhindert habe, so Triers Bischof Stephan Ackermann im SWR. "Es wäre auch schade um die große Kreativität der Narren und die teils monatelange Arbeit an den Wagen", so Ackermann weiter. Da die Freude an Gott die Fastenzeit prägen solle, drücke er als Bischof in diesem Jahr gerne ein Auge zu, wenn die Fastnachtszeit über den Aschermittwoch hinaus verlängert werde. "Zugleich gehe ich davon aus, dass die Narren die Fastenzeit anschließend mit umso größerem Ernst begehen werden."

Auch andere Karnevalsvereine in der Region Trier holten ihre ausgefallenen Umzüge nach.

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