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Rock am Ring in Mendig Drei Blitze, 33 Verletzte

Mehrere Blitzeinschläge haben 33 Menschen bei Rock am Ring verletzt. Direkt vom Blitz wurde aber niemand getroffen. Am Samstagnachmittag feierten die knapp 90.000 Rockfans dann weiter wie geplant.


Nach Angaben der Polizei und des Veranstalters Marek Lieberberg gingen in der Nacht auf Samstag mehrere Gewitter über dem Festivalgelände nieder. Dabei wurden insgesamt 33 Menschen verletzt - sowohl Mitarbeiter als auch Besucher des Festivals. Schwerere Verletzungen habe es nicht gegeben, hieß es. Die Betroffenen seien aber zur Beobachtung in Krankenhäuser gebracht worden.

Großteil der Verletzten aus Klinik entlassen

Wie Yvonne Kuhn von der ärztlichen Leitung auf dem Festivalgelände am Sonntag mitteilte, konnten 30 Betroffene bis zum Samstagabend bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. "Es geht ihnen allen gut", so Kuhn.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte in der Nacht vor Gewittern im Großraum rund um das Festival gewarnt und um 3.35 Uhr eine Unwetterwarnung für den Landkreis Mayen-Koblenz herausgegeben. "Einen Blitzeinschlag bei Rock am Ring können wir aber nicht vorhersagen", hieß es beim DWD. 

Weltuntergang - aber geil sieht's aus! #⚡️

Ein von SWR3 (@swr3online) gepostetes Video am


DJ Fritz Kalkbrenner bricht sein Set ab

Die Polizei hat für Angehörige eine Telefon-Hotline eingerichtet: 0800 6565651.

Beim ersten Gewitter gegen 1.30 Uhr habe ein Blitz in den Backstage-Bereich einer Bühne eingeschlagen. Dabei seien acht Festival-Mitarbeiter verletzt worden. Als gegen 2.15 Uhr eine zweite Gewitterzelle angekündigt worden sei, habe man sich entschlossen, den Auftritt von DJ Fritz Kalkbrenner abzubrechen und die Besucher aufzufordern, sich in den Zelten in Sicherheit zu bringen.

#RAR2015 #ROCKAMRING Show wegen Unwetter abgebrochen. Das erste Mal in meiner ganzen Zeit. Ich bin untröstlich!

Posted by FRITZ KALKBRENNER on Freitag, 5. Juni 2015


Dabei habe es keine Panik gegeben. Viele beunruhigte Eltern versuchten die ganze Nacht über, mit ihren Kindern Kontakt aufzunehmen. Wenn das nicht gelang, riefen sie bei der Polizei an.

Zwar sei dieses zweite Unwetter vorbeigezogen, allerdings habe es zwischen 3.30 Uhr und 4.00 Uhr noch einmal heftig gewittert. Dabei seien zwei Blitze ins Zeltplatzgelände eingeschlagen, wobei 25 Besucher verletzt wurden. Niemand sei direkt von einem Blitz getroffen worden. Die Verletzten hätten Kontakt zu Gegenständen gehabt, die den Strom der Blitze weitergeleitet hätten - etwa Metallgitter. Geklagt hätten einige über Muskelschwäche sowie Herz- und Kreislauf-Beschwerden.

Augenzeugen berichten von der Gewitternacht


Bis Montagabend um 18.00 Uhr sendet SWR3 auf der Frequenz 95,7 FM Informationen, Musik und Live-Konzerte rund um das Festival. Alle Infos inklusive Livestreams gibt es auf der SWR-3-Sonderseite.

Am Samstagvormittag machten sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz (beide SPD) ein Bild von der Lage. Im SWR lobte die Regierungschefin: "Polizei, Rettungsdienste, Verbandsgemeinde und der Veranstalter haben optimal zusammengearbeitet." Lewentz ergänzte: "Es ist sehr professionell abgelaufen." Auch Lewentz' vier Kinder waren in der Nacht auf dem mit 90.000 Besuchern ausverkauften Festival.


Auf den Campingplätzen sieht es nach dem Unwetter noch chaotischer aus als sonst. Viele Zelte haben die Nacht nicht überstanden. Festivalbesucher, die in der Nähe wohnen, ließen sich am Samstagmorgen von den Eltern abholen. Andere frühstückten ganz gemütlich und hörten schon wieder Rockmusik. Die meisten empfanden das Gewitter, das etwa eine Stunde dauerte, als sehr bedrohlich.

Hitze machte am Freitag Probleme

Den Freitag über hatte die Hitze mit Temperaturen von mehr als 30 Grad die Rettungskräfte auf Trab gehalten. "Witterungsbedingt haben wir viele Einsätze", sagte ein Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Freitag. Die Helfer hätten 3.400 Festivalbesucher mit Sonnenbränden, Sonnenstichen und Kreislaufproblemen behandelt, rund 50 Menschen seien in Krankenhäuser gebracht worden. "Das ist schon eine Herausforderung." Das DRK hat noch einmal 100 Helfer aus ganz Deutschland gebeten, den Einsatz bei Rock am Ring zu unterstützen.

Lieberberg hat Fünfjahresvertrag in Mendig

Das Festival mit dem traditionsreichen Namen steigt erstmals auf dem Flugplatz der 9.000-Einwohner-Gemeinde Mendig. Bis 2014 gastierte Rock am Ring jahrzehntelang am nur 30 Kilometer entfernten Nürburgring. Weil sich der Veranstalter Lieberberg mit den neuen Eignern der Rennstrecke nicht auf eine Zusammenarbeit einigen konnte, zog das Festival um. Lieberberg schloss hier einen Vertrag für fünf Jahre mit der Option auf eine Verlängerung um weitere fünf Jahre.

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