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Rheinland-Pfalz nach den Anschlägen von Brüssel Kontrollen - auch im Osterverkehr

Die Polizei wird auch heute in den Grenzregionen von Rheinland-Pfalz verstärkt kontrollieren. Nach den Terroranschlägen in Brüssel stand das Land am Mittwoch vor allem im Zeichen der Trauer und der Solidarität mit Belgien.

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3:00 min | Mi, 23.3.2016 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen RP

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Terror in Brüssel

Wachsamkeit und Trauer nach den Anschlägen

Tag eins nach den Anschlägen in Brüssel: Rheinland-Pfalz trauert um die Opfer des Terrors. An der Grenze zu Belgien und Luxemburg wird der Verkehr nach wie vor verstärkt kontrolliert.

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte nach einer Lagebesprechung am Mittwochnachmittag, die gemeinsame Fahndung von Landes- und Bundespolizei unter Beteiligung von Spezialeinheiten gehe weiter. Auch am Donnerstag sollen die Grenzen zu Belgien und Frankreich verschärft kontrolliert werden.

Fahndungsschwerpunkt auf der A60

Die Bundespolizei konzentriert sich seit den Anschlägen am Dienstag auf Verkehrsbeobachtungen am Rastplatz Schneifel. Auch zu Beginn des Osterverkehrs soll der Autoverkehr aus Richtung Belgien weiter kontrolliert werden. Die Beamten vor Ort sind mit Maschinengewehren bewaffnet. Sie leiten den Verkehr von der Autobahn über einen Parkplatz. Die Papiere der Autofahrer werden sofort an Ort und Stelle abgeglichen. Bei Bedarf werden Sprengstoffspürhunde angefordert.

Bundespolizisten kontrollieren Fahrzeuge in der Nähe der belgischen Grenze.

Die Bundespolizei kontrolliert am Mittwoch Fahrzeuge nahe der belgischen Grenze

Bislang keine Festnahmen

Festnahmen oder andere besondere Vorkommnisse gab es nach Angaben eines Polizeisprechers bislang nicht. Auch gebe es keine Hinweise, dass Täter in Richtung Rheinland-Pfalz flüchteten. Dennoch müsse man angesichts der Grenzlage wachsam sein, hieß es seitens des Innenministeriums. Nach wie vor ist der Behörde auch über Anschlagsopfer aus Rheinland-Pfalz nichts bekannt.

Solidarität mit Belgien

Die Landesregierung ordnete Trauerbeflaggung an. Die Fahnen wehten am Mittwoch an allen Dienstgebäuden im Land sowie vor den Vertretungen von Rheinland-Pfalz beim Bund in Berlin sowie bei der Europäischen Union in Brüssel auf halbmast.

Menschen in Brüssel trauern im die Opfer nach dem Anschlag, im Hintergrund kontrollieren Polizisten Autofahrer an einer Grenze.

Trauer und Wachsamkeit - der Tag nach den Anschlägen

Die Stadtverwaltung Kaiserslautern hielt eine Schweigeminute für die Terroropfer ab. Einer Mitteilung zufolge kamen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung auf dem Rathausvorplatz zusammen. Das Hambacher Schloss in Neustadt an der Weinstraße soll wie schon am Dienstagabend auch am Mittwoch in den belgischen Nationalfarben Schwarz, Gelb und Rot angestrahlt werden - als Symbol gegen den Terrorismus und für die Freiheit.

Dem "menschenverachtenden Terror" entgegenstellen

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) drückte in einem Schreiben an den Botschafter Belgiens, Ghislain Jean Maurice D'hoop, ihre Anteilnahme aus. "Der Angriff traf ins Herz der Europäischen Gemeinschaft", schrieb Dreyer. "Wir werden uns mit ganzer Kraft diesem menschenverachtenden Terror entgegenstellen."

Auch aus dem Bistum Trier gab es Solidaritätsbekundungen: Bischof Stephan Ackermann sprach seinem Amtskollegen, dem Bischof von Lüttich, seine Anteilnahme aus: "Christen seien in der Region über Grenzen hinweg miteinander verbunden."

Bei den Bombenanschlägen im Brüsseler Flughafen und in einer U-Bahnstation der belgischen Hauptstadt nahe des EU-Parlaments wurden am Dienstag nach offiziellen Angaben mehr als 30 Menschen getötet und etwa 270 verletzt. Die Behörden sagten aber, es gebe noch keine endgültige Bilanz zu den Opferzahlen. Die Terrormiliz IS hat sich zu den Anschlägen bekannt.

Die Lufthansa hat weitere Flüge nach Brüssel gestrichen. Bis einschließlich Ostermontag wird die Airline die belgische Hauptstadt nicht mehr anfliegen. 156 Flüge und rund 12.300 Passagiere sind betroffen: An- und Abflüge im Videotext ab Tafel 561. Von Karfreitag bis Ostermontag richtet das Unternehmen einen Shuttlebusverkehr zwischen dem Frankfurter Flughafen und Brüssel ein.

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