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Pilotprojekt in Koblenz Lewentz bleibt bei seiner Geheimwaffe

Glaubt man dem rheinland-pfälzischen Innenminister, sind Bodycams der Schlüssel zu mehr Innerer Sicherheit. Aber belegen das auch die Zahlen?

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2:22 min | Mo, 25.1.2016 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen RP

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Mehr Bodycams für Rheinland-Pfalz

Prävention lautet das Zauberwort

Die Polizei in Rheinland-Pfalz hat mit dem Einsatz von Bodycams positive Erfahrungen gemacht. Möglichen Straftäter ließen sich durch die Kameras abschrecken. Deswegen sollen jetzt 80 weitere her - auch im Hinblick auf die bevorstehende Fastnacht.

In Koblenz und Mainz werden Menschen, die von der Polizei kontrolliert werden, seit vergangenem Sommer teilweise gefilmt. 15 Schulterkameras, sogenannte Bodycams, sind seitdem in einem Pilotprojekt im Einsatz. Sie sollen den Beamten dabei helfen, Straftaten zu dokumentieren: also zum Beispiel Beleidigungen oder Körperverletzungen gegen Polizisten. Wie der Koblenzer Polizeipräsident Wolfgang Fromm am Montag in einer gemeinsam Pressekonferenz mit Innenminister Lewentz einschätzte, erfüllen die Kameras ihren Zweck: Die Zahl der verletzten Polizisten zwischen Juli und Dezember sei merklich gesunken.

Lewentz überzeugt von den Zahlen

Die Kameras kamen bei 1.070 Einsätzen der Polizei zum Einsatz und schossen dabei 144 Aufnahmen. Etwa ein Drittel hiervon wurde für spätere Ermittlungen gespeichert. Das Innenministerium wertet das Pilotprojekt als Erfolg. Innenminister Lewentz will deshalb 80 weitere Bodycams anschaffen. Laut Innenministerium kosten die Kameras 70.000 Euro. Sie sollen noch vor Fastnacht einsatzbereit sein. Anfang Januar hatte Lewentz schon angekündigt, dass Bodycams wichtiger Bestandteil des Mainzer Sicherheitskonzepts zur Fastnacht sein sollen. Am Montag sagte er dazu: "Wir tun alles dafür, dass wir Bilder verhindern können, wie wir sie in Köln an Silvester hatten." Wenn die Bodycams im Sommer für ein Jahr testweise im Einsatz waren, will Lewentz entscheiden, ob sie flächendeckend angeschafft werden sollen.

Hessische Ergebnisse nicht übertragbar

Schon das rheinland-pfälzische Nachbarland Hessen hat die kleinen Kameras vor Jahren getestet. Nach Einschätzung des Leiters des Pilotprojektes Bodycam, Heiko Arnd, sind die Ergebnisse von dort aber nicht auf Rheinland-Pfalz zu übertragen. Dort sei ein anderes Modell im Einsatz, das sich am besten für Teams von vier Polizisten eigne. Das Modell, das jetzt in Rheinland-Pfalz im Einsatz ist, sei auch von Zwei-Mann-Teams nutzbar.

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