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Ostermarsch in Kaiserslautern Demo gegen Rechts und soziale Spaltung

Die Ostermarschierer haben sich auch dieses Jahr wieder in Bewegung gesetzt. In der Westpfalz fand die Demonstration am Samstag allerdings nicht wie in den Vorjahren am US-Militärflugplatz Ramstein statt.

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1:52 min | Sa, 26.3.2016 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen RP

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Ostermarsch in Kaiserslautern

"Wir sind für den Krieg verantwortlich"

Rund 120 Teilnehmer demonstrierten in Kaiserslautern gegen Krieg, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Erstmals führte der Protestzug mitten durch die Stadt.

Es war das erste Mal seit vielen Jahren, dass die Friedensbewegung am Ostersamstag in der Kaiserslauterner Innenstadt zusammenkam. Rund 120 Teilnehmer demonstrierten gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, aber auch gegen den Sozialabbau in der Gesellschaft.

Demokraten müssten auf die Straße gehen gegen Anschläge auf Flüchtlinge und die "Abschiebe- und Abschottungspolitik" der Regierung, sagte Pfarrer Detlev Besier von der Friedensinitiative Westpfalz. Der Erfolg der AfD und die Pegida-Kundgebungen stünden für den "sichtbar gewordenen" Rechtstrend einer Gesellschaft, die immer weniger solidarisch mit Armen und Schwachen sei.

Die Ostermärsche haben ihre Wurzeln im Protest gegen das atomare Wettrüsten im Kalten Krieg. In Deutschland erlebten sie 1968 und 1983 ihre Höhepunkte mit hunderttausenden Demonstranten.


Bundeswehreinsatz in der Kritik

Die abschließende Kundgebung stand unter dem Motto "Krieg beginnt Hier". Im Fokus der Versammlung stand der Zusammenhang zwischen militärischem Eingreifen zur Konfliktlösung und den Fluchtbewegungen. Auch der Aufklärungseinsatz von Bundeswehr-Tornados in Syrien verstärke Fluchtursachen, so die Argumentation der Veranstalter.

Die Pläne von US-Militärs, die letzten auf dem Fliegerhorst Büchel vermuteten Atomwaffen in Deutschland zu modernisieren, müssten verhindert werden, sagte Besier. Deutschland müsse endlich aus der "nuklearen Teilhabe" aussteigen. Die Bundes- und Landespolitik dürfe die "US-Kriegsmaschinerie" mit zahlreichen Militärstandorten in Rheinland-Pfalz nicht länger unterstützen. Eine friedliche und gerechtere Welt sei möglich, wenn alle Gelder für Rüstung und Militär für den globalen Kampf gegen Hunger und Krankheiten eingesetzt würden. Der Ostermarsch wurde von einem breiten Bündnis gesellschaftlicher Gruppen getragen und von SPD, Grünen, der Linken sowie dem DGB unterstützt.

Kampagne gegen Atomwaffen gestartet

Vor dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel starteten Friedensaktivisten am Samstagnachmittag eine Kampagne gegen Atomwaffen. 20 Wochen lang wollen Gruppen vor dem Haupttor des Luftwaffenstützpunktes Mahnwachen abhalten. Die Friedensaktivisten vermuten, dass in Büchel noch US-Atomwaffen lagern.

Mainzer marschieren in Wiesbaden

Die Städte Mainz und Wiesbaden wechseln sich mit ihren Ostermärschen jährlich ab. Turnusgemäß liefen die Teilnehmer diesmal auf den Straßen der hessischen Landeshauptstadt. Ihr Motto: "Für eine Welt ohne Krieg, Militär und Gewalt!" Nach Angaben des Ostermarsch-Informationsbüros nahmen 300 Demonstranten teil, die Polizei spricht von 200. Ein Hauptthema sei die Frage der Geflüchteten und das Problem der Flüchtlingsursachen gewesen, sagte Willi van Ooyen vom Informationsbüro.

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