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Mannschaft und Fans völlig von der Rolle Der FCK im freien Fall

Fünfte Pleite in Folge: Der 1. FC Kaiserslautern rutscht immer weiter Richtung Tabellenende. Trainer Konrad Fünfstück erhielt demonstrative Rückendeckung von Vorstand und Aufsichtsrat.

Marcel Gaus (l.) und Zlatan Alomerovic

Lauterer Frust: Marcel Gaus (l.) und Zlatan Alomerovic

Für die Lauterer war es ein Wochenende zum Vergessen: Zu der 3:4 (1:3)-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf kam die Randale zahlreicher FCK-Fans im Kölner Hauptbahnhof. In vielerlei Hinsicht geht es also bergab mit den Pfälzern. "Wer jetzt noch immer nicht verstanden hat, dass wir im Abstiegskampf sind, der ist im falschen Film", sagte Kapitän Daniel Halfar, der mit seinen Teamkollegen einen Vereins-Negativrekord in der 2. Liga aufgestellt hat. Sportlich stehen die Roten Teufel nach 27 Spieltagen kaum besser da als 2008, als der Abstieg in die 3. Liga erst am letzten Spieltag abgewendet wurde.

Haarsträubende Fehler in großer Zahl gegen die zuvor fünfmal sieglosen Düsseldorfer brachen dem FCK am Samstag das Genick. "Wenn du auswärts drei Tore erzielst, darfst du nicht verlieren. Wenn man aber so amateurhaft verteidigt wie wir, hat man einen solchen Schlag in die Fresse auch mal verdient", äußerte Halfar und legte den Finger in die Wunde.

Bezeichnend für den rabenschwarzen Tag: Ausgerechnet der eingewechselte Ex-Lauterer Kerem Demirbay (70.) sorgte für den Sieg der Fortuna im ersten Spiel unter Feuerwehrmann Friedhelm Funkel. Zuvor trafen Charis Mavrias (1.), Oliver Fink (39.) und Nikola Djurdjic (43.) für die Hausherren. Damit waren die Lauterer Treffer von Marcel Gaus (5.) und Jean Zimmer (66.) sowie das Eigentor von Alexander Madlung (60.) nur Makulatur.

FCK-Führung stellt sich hinter den Coach

Trainer Konrad Fuenfstueck (1. FC Kaiserslautern) beim Spiel zwischen Fortuna Duesseldorf und dem 1. FC Kaiserslautern

Hilfloser Blick nach oben: FCK-Trainer Konrad Fünfstück

FCK-Trainer Konrad Fünfstück steht erheblich unter Druck, übte sich nach der Partie in Düsseldorf aber in Zweckoptimismus. Er riss die Schwachpunkte nur an, und strich lieber das Positive heraus. "Wir haben jetzt zwei Wochen Zeit bis Sandhausen. Wenn wir die vielen guten Aktionen umsetzen, werden wir dieses wichtige Spiel gewinnen", sagte der 35-Jährige. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Klasse halten werden."

Der Trainer bekam in der schwierigen Phase Rückendeckung vom Arbeitgeber. Aufsichtsratsmitglied Ottmar Frenger erschien demonstrativ zum Sonntagstraining - was er sonst nie macht. Und Vorstandschef Stefan Kuntz stärkte seinem Trainer verbal den Rücken: "Der Vorstand und der Aufsichtsrat des FCK stehen geschlossen hinter Konrad Fünfstück. Wir sind uns sicher, dass er die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur zurück bringt", betone Kuntz. "Wichtig ist jetzt vor allem, dass wir beim FCK die Ruhe bewahren und alle zusammenstehen, denn Situationen wie diese können wir nur gemeinsam meistern."

Randalierende Fans

Allerdings ist Kuntz wohl auch nicht mehr der Mann, der nachhaltige Entscheidungen treffen wird? Der Vorstandsboss geht am Saisonende, die Suche nach einem Nachfolger verlief bislang ergebnislos. Aufsichtsratsboss Nikolai Riesenkampff ist erst seit Dezember im Amt. Die Strukturen beim FCK sind derzeit wie die Leistungen der Mannschaft kaum zweitligareif.

Das Auftreten der Anhänger ist sogar noch weit weniger als das. Zahlreiche am Samstag auf der Rückreise im Kölner Hauptbahnhof, griffen Polizisten an und sorgten für eine zwischenzeitliche Komplettsperrung. Zuvor waren die Anhänger der Pfälzer bereits im Düsseldorfer Bahnhof durch Pöbeleien und Belästigungen negativ aufgefallen.

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