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Urteil nach Internet-Häme gegen Polizisten Bewährungsstrafe für Mainzer

Ein Mann aus Mainz ist zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte sich nach der tödlichen Attacke auf einen Polizisten abfällig im Internet über das Opfer geäußert.

Justitia-Statue mit Waag-Schalen in der einen und Schwert in der anderen Hand steht vor einem bewölkten Himmel.

Ein Mainzer steht vor dem Amtsgericht Dillenburg (Symbol)

An Heiligabend waren zwei Polizisten in einem Zug im hessischen Herborn mit einem Messer angegriffen worden. Ein Beamter starb, einer wurde schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter, ein 27-jähriger Mann, sitzt seither in Untersuchungshaft.

Opfer online verunglimpft

Die Staatsanwaltschaft im hessischen Dillenburg wirft dem 33-jährigen Mainzer vor, das Opfer der Messerattacke im Netz verhöhnt zu haben. Verunglimpfende Kommentare wie "Solidarität mit dem Polizisten-Mörder" soll der Mainzer im Internet geschrieben haben. Außerdem soll er sie als "Bullenschweine" bezeichnet haben, die auch noch "rumflennten, wenn sie abgestochen würden". Die verhängte Strafe des Dillenburger Amtsgerichts von acht Monaten auf Bewährung ist der Staatsanwaltschaft zu gering. Sie hatte 15 Monate ohne Bewährung gefordert und will nun in Berufung gehen.

Angeklagter in Schuldfähigkeit eingeschränkt

In der Urteilsbegründung des Richters hieß es dagegen, der Mann habe "das alles nicht überblickt und hatte ganz andere Ziele, als die Angehörigen zu treffen". Zudem sei der Mann durch eine psychische Erkrankung in seiner Schuldfähigkeit eingeschränkt. Als Bewährungsauflage muss er 200 Stunden gemeinnützig arbeiten. Nach Einschätzung eines Psychiaters identifizierte sich der Angeklagte als notorischer Schwarzfahrer mit dem Täter.

"Polizisten nicht beleidigt"

Der Angeklagte habe laut Staatsanwaltschaft die Tat zwar gestanden. Er sagte jedoch am Mittwoch im Gericht, er habe mit seinen Äußerungen die Presse und den Staat kritisieren und nicht Polizisten als Personen beleidigen wollen. Den Prozess verfolgten am Mittwoch rund 30 Polizisten und mehrere Angehörige des Toten als Zuschauer.

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