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Übergriffe zwischen Kita-Kindern Staatsanwaltschaft ermittelt

Zu den Vorfällen unter Kindern in einer Mainzer Kita hat die Staatsanwaltschaft nun Einzelheiten genannt. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet.

Blick auf die geschlossene Katholische Kindertagesstätte Maria Königin, aufgenommen am 10.06.2015 in Mainz-Weisenau Rheinland-Pfalz.

In dieser Kita soll es zu den Übergriffen gekommen sein

Oberstaatsanwalt Gerd Deutschler sagte dem SWR am Donnerstag, es werde bei den Ermittlungen geprüft, ob es sich um eine Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht, fahrlässige Körperverletzung oder unterlassene Hilfeleistung handelt. Ermittlungen gegen Kinder würden nicht geführt. Diese seien wegen ihres Alters strafunmündig.

Laut Deutschler stehen folgende Vorwürfe im Raum: Kinder hätten andere Kinder unter Androhung von Gewalt genötigt, ihre Geschlechtsteile zu zeigen oder Gegenstände in den Anus einzuführen. Zudem habe es Fälle von "schlichter" Körperverletzung gegeben. Auch seien Kinder von anderen gezwungen worden, Spielzeug abzugeben. Am Mittwoch hatte das Bistum Mainz als Träger der Einrichtung die Staatsanwaltschaft über die Vorfälle informiert. Diese hatte daraufhin das Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Kritik vom Landesjugendamt

Das Landesjugendamt hat die Verantwortlichen kritisiert. Man habe zu lange gewartet, bis man sich professionelle Hilfe geholt habe, sagte der Präsident der Behörde, Werner Keggenhoff. Offensichtlich seien seit Bekanntwerden der Vorwürfe mehrere Wochen vergangen, bis gehandelt worden sei. Auch Eltern hatten kritisiert, dass sie zu spät informiert wurden. Andreas Winheller, Sprecher des Stadtelternausschusses, forderte eine schnelle Aufklärung. Es müssten neben dem Personal auch die Elternhäuser der betroffenen Kinder unter die Lupe genommen werden.

Pfarrer Christian Nagel hatte am Mittwoch erklärt, man habe am 2. Juni von den Vorwürfen erfahren und die Eltern drei Tage später mit einem Schreiben informiert. Das Bistum habe die Zeit gebraucht, um unter anderem mit den Erziehern zu sprechen. In dem Schreiben heißt es unter anderem: "Uns sind diese Vorgänge, die dazu geführt haben, in ihrer Bedeutung nicht bewusst geworden. Einzelne Hinweise von Kindern, die wir im Gespräch mit Eltern erfahren haben, haben wir nicht richtig gedeutet. Über das Ausmaß sind wir zutiefst bestürzt und beschämt!".

Stadt will Eltern helfen

Die Stadt Mainz will den von der Schließung der Kita betroffenen Eltern helfen. Jedem Kind einen Platz in einer städtischen Kita zu besorgen, sei aber unmöglich, so Sozialdezernent Kurt Merkator. Bisher hätten sich drei betroffene Eltern bei der Stadt gemeldet, sagte Merkator in einem Gespräch mit dem SWR. Diese suchten einen neuen Kitaplatz für ihre Kinder. Die Verwaltung versuche, das möglich zu machen. Er hoffe aber, dass es das Bistum schnell schaffe, die Einrichtung in Weisenau wieder zu öffnen.

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