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Ein Monat Mainzelbahn Vorsicht, die Bahn kommt!

Seit einem Monat fahren jetzt die Straßenbahnen auf der neuen Mainzelbahnstrecke. Es läuft noch nicht alles rund. Bürger beschweren sich über Gefahrenstellen.

Eröffnung Mainzelbahn

Vor einem Monat wurde die neue Strecke eröffnet

Gut vier Wochen nach der Einweihung der Mainzelbahnstrecke gibt es nach Angaben von Bürger noch immer Probleme mit einigen Ampelschaltungen. Sie berichten, dass die Straßenbahn weiter fährt, obwohl Ampel für Fußgänger oder Autos grün zeigen.

Drei Gefahrenpunkte in Bretzenheim

Der Ortsvorsteherin von Mainz-Bretzenheim, Claudia Siebner (CDU), sind drei Stellen in ihrem Ortsteil bekannt, die für Fußgänger oder Autofahrer gefährlich werden könnten. Auch die Mainzer Polizei hat einen Hinweis auf die riskanten Ampelsignale erhalten. Sie will sich um das Thema kümmern. Die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG), die die neue Strecke betreibt, sieht keine Probleme. Bislang sei nichts aufgefallen, sagte ein MVG-Sprecher.

Ein Monat Mainzelbahn: Pro und Contra


Die Mainzelbahn fährt jetzt seit einem Monat vom Hauptbahnhof über Bretzenheim und Marienborn bis zum Lerchenberg. Noch läuft nicht alles rund. SWR-Reporter Markus Volland ist trotzdem für die Bahn:

"Gut ist die Verbindung selbst. Es gibt eine Straßenbahn die vom Bahnhof bis auf den Lerchenberg fährt - ohne Staus im Berufsverkehr, stressfrei, umweltfreundlich. Inzwischen kommen die Bahnen auch immer pünktlicher. Waren in den ersten Tagen Verspätungen von bis zu zehn Minuten die Regel, sind es jetzt nur noch vier bis fünf - die Mainzer Verkehrsgesellschaft, MVG, als Betreiber, will in den nächsten Monaten aber auch das noch deutlich reduzieren. Das muss man als positiv werten, immerhin ist die Strecke komplett neu.

Weg ist auch der Lärm an der Endstelle auf dem Lerchenberg. Dort hat es gequietscht in der Wendeschleife, weil die Schmiermaschine fehlt. Die fehlt immer noch, täglich kommen aber Arbeiter und schmieren die Gleise per Hand - bis die Technik da ist - gut so.

Und gut ist auch, dass die MVG mit allen, die noch so ihre Probleme mit der Mainzelbahn haben, im Gespräch ist. Gemeinsam wird nach Lösungen für Lärm, Erschütterungen und Verspätungen gesucht. Das muss sich einspielen. In einem Jahr redet da kein Mensch mehr drüber."

SWR-Reporterin Karin Pezold sieht das anders. Sie ist gegen die Bahn:

"ÖPNV in allen Ehren, Umweltschutz ist klasse, aber wenn die Nutzer der Mainzelbahn wegen Verspätungen ihre Anschlusszüge im Bahnhof verpassen, dann geht das gar nicht. Eine Minute zu spät geht noch, aber fünf sind deutlich zu viel - da ist der Zug weg.

Überprüft werden müssen auch die viel zu lauten Lautsprecherdurchsagen für Sehbehinderte an den Haltestellen. Leute, die hundert Meter entfernt wohnen, werden nachts und am Abend durch diese Ansagen aus dem Schlaf gerissen werden.

Und auch am Thema Sicherheit müssen MVG und die Stadt Mainz noch arbeiten. In Bretzenheim gibt es Fußgängerampeln die zeigen Grün, trotzdem fährt die Mainzelbahn - Bürger haben sich deshalb bei der Ortsvorsteherin gemeldet- das ist ziemlich gefährlich und muss sofort abgestellt werden, denn Unfälle sind ganz schlecht fürs Image."


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