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Nach CO2-Wolke in Mainz Bestätigt sich Ventil als Unfallursache?

War wirklich ein defektes Ventil an einem Tanklastwagen die Ursache für die große Kohlendioxidwolke in der Mainzer Altstadt? Die Gewerbeaufsicht untersucht den Vorfall.

Co2 Transporter

So sah der Tanklastwagen aus, nachdem das CO2 ausgetreten war

Darauf verwies die Polizei am Donnerstag. Sie hatte keine neuen Informationen zur Ursache des Gasaustritts. Auch die Feuerwehr hielt sich bei dieser Frage zunächst bedeckt.

Der Vorfall hatte am Dienstag einen Großeinsatz der Feuerwehr mit Sperrungen rund um den Schillerplatz ausgelöst. Gut 22 Tonnen Kohlendioxid (CO2) waren bei einer Sektkellerei aus einem Lastwagen geströmt und waberten kniehoch durch die Straßen.

Ersten polizeilichen Erkenntnissen zufolge soll ein defektes Ventil an dem Lkw, der die Sektkellerei beliefern sollte, die Ursache sein. Der Fahrer hatte noch versucht, das Ventil zu schließen. Er zog sich dabei eine Kälteverbrennung an der Hand zu. Anwohner und Passanten wurden durch die Gaswolke nicht verletzt.

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Kohlendioxid-Alarm

Mainzer Schillerplatz stundenlang gesperrt

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Gespenstisch waberte das Kohlendioxid durch die Straßen von Mainz.

Gespenstisch waberte das Kohlendioxid durch die Straßen von Mainz.

Aus diesem Laster strömte das Kohlendioxid aus, als er eine Sektkellerei beliefern wollte.

Gespannt schauen die Besucher des Weihnachtsmarktes am Schillerplatz, wie das Gas die Straße herunter kriecht.

Die Feuerwehrleute mussten ihre Atemschutzmasken tragen.

Die Polizei sperrte das Gebiet rund um die Unglücksstelle ab.

Die Schillerplatz wurde geräumt. Die Einsatzkräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort.

Ein Anblick, wie man ihn sonst nur aus Hollywood-Streifen kennt.

Und so sah es aus an dem Lkw aus, nachdem sich die insgesamt 22,3 Tonnen CO2 verflüchtigt hatten.

Eiszapfen an der Stoßstange: minus 60 Grad Celsius hatte das Kohlendioxid im Tank des Lasters.

Die Feuerwehr kontrollierte die Keller rund um die Unglücksstelle, denn das CO2 ist schwerer als Luft und fällt nach unten.

Feuerwehr kontrollierte Keller

Die Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten und wurden aufgefordert nicht in den Keller zu gehen sowie das Erdgeschoss zu meiden. Einige klagten laut Polizei über Kopfschmerzen.

Am späten Dienstagnachmittag gab die Polizei Entwarnung. Die Feuerwehr kontrollierte anschließend noch die Keller in der Umgebung der Unglücksstelle und maß die CO2-Konzentration. Keller sind besonders gefährdet, weil CO2 schwerer als Luft ist und deshalb nach unten sinkt. Auch die Tiefgarage des Innenministeriums wurde erst am Dienstagabend wieder freigegeben.

An dem Einsatz waren etwa 20 Polizisten und rund 80 Feuerwehrleute beteiligt.

Die chemischen Abkürzung CO2 steht für Kohlenstoffdioxid, häufig auch einfach nur Kohlendioxid genannt. Es ist ein farbloses, nicht brennbares, geruchloses und ungiftiges Gas, das sich aus Kohlenstoff und Sauerstoff zusammensetzt. CO2 ist natürlicher Bestandteil der Luft und entsteht sowohl bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen (Kohle, Erdöl, Erdgas), als auch im Organismus von Lebewesen als Produkt der Zellatmung. Für den Menschen ist CO2 in geringer Konzentration ungiftig, behindert aber die Sauerstoffaufnahme. Eine erhöhte Konzentration von CO2 kann zu Kopfschmerzen und Bewusstlosigkeit führen, eine Konzentration von acht Prozent oder mehr nach 30 bis 60 Minuten zum Tode.

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