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#Lügenwetter oder echt so schlimm? Sturmtief Ruzica macht sich unbeliebt

Wie schlimm ist der Sturm, der Rheinland-Pfalz die Fastnacht vermiest? Wurde das Wetter vielleicht nur vorgeschoben, weil die Behörden Angst vor Terror haben? Darüber streitet nicht nur das Netz.

Eine Frau kämpft  bei einer Sturmböe mit ihrem Schirm

Sturmtief Ruzica brachte Böen bis zu Windstärke 9 nach Mainz

Der Mainzer Carneval Verein (MCV) musste sich am Montagnachmittag für seine Entscheidung rechtfertigen, den Rosenmontagszug abgesagt zu haben. Kritiker hatten im Vorfeld von einer Überreaktion gesprochen. Ein MCV-Sprecher entgegnete, es habe Windböen der Stärke 8 bis 9 gegeben. An der Zugstrecke hätte das eine "Gefahr für Leib und Leben" bedeutet.

Bei Windstärke 9 können Äste von Bäumen abbrechen und Ziegel von Hausdächern geweht werden. Dass Feiernden etwas auf den Kopf fiele, hatte MSC-Präsident Richard Wagner im Vorfeld als Szenario an die Wand gemalt, für das er keine Verantwortung übernehmen wolle. Wagner sagte, im Laufe des Montags habe es dann auch Schäden an Häusern am Mainzer Marktplatz gegeben.

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2:32 min | Mo, 8.2.2016 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen RP

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MCV-Präsident Wagner zur Rosenmontagsabsage

"Das war eine reine Wetterentscheidung"

Richard Wagner, Präsident des Mainzer Carneval-Vereins (MCV), verteidigt im Interview die Entscheidung, den Rosenmontagszug abzusagen. Aber der Zug könnte zu einem anderen Termin doch noch kommen.

Nach Angaben von SWR-Wetterexpertin Claudia Kleinert fielen die Sturmböen in anderen Teilen von Rheinland-Pfalz aber noch heftiger aus als in der Hauptstadt: In Wörth am Rhein wurden demnach 120 Stundenkilometer gemessen. Auch in Daun in der Eifel und in Trier wehte Sturmtief Ruzica teilweise 100 Stundenkilometer schnell.

#Lügenwetter verbreitet bei Twitter

Im Vorfeld waren im Netz Gerüchte kursiert, wonach die Behörden in Sturmtief "Ruzica" einen willkommenen Vorwand gesehen hätten, Großveranstaltungen wegen Terrorangst abzusagen. MCV-Sprecher Michael Bonewitz reagierte am Montag auf diesen Vorwurf: "Es gab in unserer Entscheidungsphase keine Terrorwarnung, es sind auch keine Aliens gelandet." Auch viele Twitter-Nutzer machten sich unter dem Hashtag #Lügenwetter über kursierende Verschwörungstheorien lustig. Eine Nutzerin schrieb hierzu: "Das Schlimme an diesem politisch motivierten #Lügenwetter ist ja, dass man seit heute Unwetterwarnungen nicht mehr trauen wird."

Auch ernsthafte Zweifel an Wetterwarnung

Doch auch Wetterexperten meldeten ernste Zweifel an der Richtigkeit der Absage der Rosenmontagzüge an. ARD-Wetterexperte Karsten Schwanke twitterte, die Absage in Düsseldorf sei ihm ein Rätsel, weil dort erst am Nachmittag mit starken Sturmböen zu rechnen sei.

Die Sturmwarnung des Deutschen Wetterdienstes besteht in ganz Rheinland-Pfalz bis Dienstagnacht weiter. In den südlichen Landesteilen und in der Pfalz kommen zudem Warnungen vor heftigen Gewittern hinzu. In der Nacht soll es zunächst trockener und windstiller werden. Morgen soll es aber wieder windig werden.

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