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Kundendaten ausgelesen FDP-Politiker Huch knackt ADAC-Datenbank

Der Mainzer Unternehmer Tobias Huch hat nach eigenen Angaben die Daten von rund 10.000 ADAC-Kunden ausgelesen. Der Automobilclub will nun die betroffenen Kunden kontaktieren.

Tobias Huch / ADAC-Schriftzug vor Firmenzentrale

Tobias Huch konnte die Daten tausender ADAC-Kunden auslesen.

Er habe Namen, Mitgliedsnummern, Eintrittsdaten sowie den Status der Mitglieder abrufen können, sagte der FDP-Politiker dem SWR. Er habe sich über ein ungesichertes Formular Zugang verschafft, über das Mitglieder ADAC-Kreditkarten beantragen können. Der IT-Experte sagte, es wäre möglich gewesen, die Daten von 19 Millionen Mitgliedern abzurufen - auch sensiblere Daten wie Bankverbindungen.

Ein Sprecher von Europas größtem Autoclub sagte am Montag, wer seit Anfang Oktober beim Online-Antrag für eine ADAC-Kreditkarte eine beliebige Mitgliedsnummer eingegeben habe, habe auch den dazugehörenden Namen, das Eintrittsdatum und die Art der Mitgliedschaft gesehen. Huch sagte der "Bild"-Zeitung, es sei ihm bei der Bestellung der Kreditkarte sofort aufgefallen. Es sei überhaupt kein Fachwissen zur Nutzung dieser Lücke notwendig. Auf der Homepage "fand überhaupt keine Verschlüsselung statt, die üblich wäre", so Huch.

ADAC will Mitglieder informieren

Der ADAC nahm die Seite sofort offline. Anschließend sei Huch kontaktiert worden. Der Verein überprüft inzwischen, wie viele Mitglieder betroffen sein könnten. Ein Sprecher sagte, jeder solle demnächst persönlich informiert werden, um einem möglichen Missbrauch vorzubeugen. Die Datenlücke sei auf Prozessfehler zurückzuführen.

Der ADAC war im Januar 2014 durch den Skandal um Fälschungen beim Autopreis "Gelber Engel" erschüttert worden. Rund 500.000 Menschen waren daraufhin ausgetreten. Die Zahl der Mitglieder liegt bei rund 19 Millionen.

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