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Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland Rheinische Kirche sagt Ja zur Homo-Ehe

Homosexuelle Paare im Bereich der evangelischen Kirche im Rheinland können vor den Traualtar treten. Die Landessynode in Bad Neuenahr-Ahrweiler stimmte mehrheitlich für die Homo-Ehe.

Zwei Hände mit Ringen

Evangelische Kirche im Rheinland entscheidet über Homo-Ehe (Symbolbild)

Die Synode der zweitgrößten deutschen Landeskirche in Bad Neuenahr hat die völlige Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern und verheirateten Paaren beschlossen. Damit ist die Trauung von homosexuellen Paaren eine offizielle Amtshandlung, die in die gleichen Bücher eingetragen wird wie bei heterosexuellen Paaren. Mit ihrer Entscheidung ist die evangelische Kirche im Rheinland nach der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau die zweite in Deutschland, die homosexuelle Paare mit Eheleuten gleich stellt.

Trauung statt Segnung

Bislang können sie in den meisten evangelischen Landeskirchen nur eine Segnung empfangen. Seit dem Jahr 2000 war in der rheinischen Kirche erlaubt, homosexuelle Paare "gottesdienstlich zu begleiten". Das war aber keine Amtshandlung, durfte nur in einer Art Andacht stattfinden und nicht "Trauung" heißen. Nachträglich kann aber eine solche Feier jetzt als Trauung anerkannt werden. Damit hat die rheinische Kirche unter den 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland die weitestgehende Regelung zur Gleichstellung von Lebenspartnern.

Keine Gründe mehr für unterschiedliche Behandlung

Die Entscheidung fiel in der entscheidenden Abstimmung auf der Synode mit überwältigender Mehrheit: Von den 211 Stimmberechtigten waren nur sieben gegen die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare, neun enthielten sich. Genauso eindeutig war bereits die Zustimmung zur Änderung der Kirchenordnung in erster Lesung am Donnerstag, der eine intensive Debatte vorausgegangen war. Es gebe keinen rechtlichen oder theologischen Grund mehr für eine unterschiedliche Behandlung von Eheleuten und eingetragenen Lebenspartnern, hieß es zur Begründung der kirchlichen Rechtsänderungen.

Kein Zwang

Nach Beschluss der Synode können Pfarrer aber nicht gezwungen werden, gleichgeschlechtliche Paare zu trauen. Auch Kirchengemeinden, die sich bereits gegen die bisher mögliche "gottesdienstliche Begleitung" gleichgeschlechtlicher Paare ausgesprochen hatten, können die Trauung verweigern. Sie muss dann in einer anderen Kirchengemeinde stattfinden.

"Ein wunderbarer Schritt"

Die Interessensvertretung der Schwulen, Lesben und Transsexuellen in Rheinland-Pfalz, "Queernet e.V.", begrüßt den Beschluss der Synode. Sprecher Joachim Schulte sagte, es sei ein "wunderbarer Schritt". Das "Ja" zur kirchlichen Trauung für Homosexuelle drücke aus, was selbstverständlich sein sollte: "Nämlich, dass sexuelle Identität kein Unterscheidungsgrund ist, sondern dass es wichtig ist, dass Paare füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen", so Schulte.

Kirchenleitung wird verkleinert

Auf der Synode wurde auch entschieden, dass die evangelische Kirche im Rheinland ihre Kirchenleitung verkleinert. Die Kirchenleitung der zweitgrößten Landeskirche Deutschlands hat damit künftig 15 statt 16 Mitglieder. Außerdem haben erstmals Nicht-Theologen die Mehrheit in dem Gremium. Die evangelische Kirche begründet den Schritt damit, sich an moderne Strukturen anzupassen und gleichzeitig Geld einzusparen. Die Rheinische Kirche hat rund 2,6 Millionen Mitglieder.

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