Bitte warten...

Fünf Jahre nach der Havarie "Waldhof"-Unglück ist nicht vergessen

Am 13.1.2011 geriet der Rhein bei der Loreley weltweit in die Schlagzeilen. Vor fünf Jahren kenterte das Tankschiff "Waldhof". Das Unglück bewegt immer noch viele Menschen in der Region.

Um das Video abspielen zu können, benötigen Sie Javascript. Bitte aktivieren Sie dies in Ihrem Browser.

2:15 min | Mi, 13.1.2016 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen RP

Mehr Info

5 Jahre Schiffsunglück bei Sankt Goarshausen

Die spektakuläre Bergung der Waldhof

Vor fünf Jahren kenterte das Tank-Motorschiff Waldhof auf dem Rhein in der Nähe der Loreley, zwei Menschen starben damals. Die Bergung zog sich über Wochen, über die Ursache der Havarie streiten Juristen bis heute.

In den frühen Morgenstunden war der Tanker, der mit mehr als 2.000 Tonnen Schwefelsäure beladen war, gekentert und unterhalb des Loreley-Hafens bei St. Goarshausen liegen geblieben. Eines der vier Besatzungsmitglieder kam ums Leben, ein weiterer Seemann wird bis heute noch vermisst. Erst einen Monat später konnte das Schiff geborgen und aus der Fahrrinne geschleppt werden.

Viele Einwohner von St. Goarshausen können sich auch fünf Jahre nach der "Waldhof"-Havarie noch ganz genau an die Geschehnisse erinnern. Ein Anwohner zum Beispiel weiß noch, dass er sein Haus tagelang nicht verlassen durfte. Damals bestand nämlich die Gefahr, dass das Schiff mit der hochentzündlichen Schwefelsäure explodieren könnte.

Schaulustige belebten Geschäfte

Auch Fährmann Klaus Hammerl erinnert sich, dass er seine Fähre immer vor Anker liegen lassen musste, wenn an dem Tanker gearbeitet wurde. Ihm laufe heute noch ein Schauer über den Rücken, wenn er an die Zeit zurück denke, sagt er.

Schmunzeln muss er hingegen, wenn er an die vielen Schaulustigen denkt, die nach St. Goarshausen und St. Goar strömten. So viele Gäste habe er zu Beginn eines Jahres noch nie übergesetzt, so Hammerl. Außerdem profitierten Imbissbuden, Bäckereien und Cafés von den zahlreichen Touristen, die sich den havarierten Tanker angucken wollten.

Waldhof-Unglück beschäftigt Landgericht

Außer den lebendigen Erinnerungen hat das "Waldhof"-Unglück auch fünf Jahre später immer noch ein juristisches Nachspiel. Die Reederei fordert vor dem Oberlandesgericht Köln einen Schadenersatz in Millionenhöhe.

Blick von oben auf den im Rhein liegenden Tanker

Luftaufnahme von havarierter "Waldhof"

Die Begründung: Ein anderes Schiff habe die "Waldhof" zu einem Ausweichmanöver gezwungen, das später zum Kentern des mit rund 2.400 Tonnen Schwefelsäure beladenen Tankers geführt habe.

Nach den Erkenntnissen der Experten und des Schifffahrtsgerichts in St. Goar gab es zwar eine Begegnung der beiden Schiffe. Aber das Unglück sei hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Waldhof falsch beladen war.

Die "Waldhof" wurde nach der Havarie repariert. Sie heißt mittlerweile "Auriga" und fährt weiter über den Rhein. Nach wie vor transportiert der Tanker flüssige Chemikalien.

Aktuell in Rheinland-pfalz