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1.000 Kilo schwerer Blindgänger Fliegerbombe in Koblenz entschärft

Die Entschärfung der Fliegerbombe in Koblenz ist erfolgreich über die Bühne gegangen. Die Aktion hatte am Sonntagmittag verspätet begonnen, weil es Probleme bei der Evakuierung gab.

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1:30 min | So, 30.8.2015 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen RP

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Bombenentschärfung in Koblenz

Nur bei der Evakuierung gab es Stress

Aufatmen in Koblenz: Die Entschärfung einer Fliegerbombe ist erfolgreich verlaufen. Die Aktion hatte am Sonntag verspätet begonnen, weil es Probleme bei der Evakuierung gab.

Ursprünglich sollte die Bombenentschärfung bereits um 12.00 Uhr starten, doch die Evakuierung der Sperrzone dauerte länger, weil einige Bewohner sich geweigert hatten, ihre Wohnungen zu verlassen. Elf Türen mussten durch Schlüsseldienst und Feuerwehr geöffnet und die Menschen unter Zwang aus ihren vier Wänden geholt werden.

Zudem hatten etwa 20 pflegebedürftige Menschen nicht bei den Behörden gemeldet, dass sie Hilfe brauchen, um ihre Wohnung zu verlassen. Außerdem versuchten Autofahrer und Fußgänger immer wieder, in das Evakuierungsgebiet zu kommen. 

Bombe war in schlechtem Zustand

Nach etwa einer Stunde hatte das Team vom Kampfmittelräumdienst die 1.000 Kilo schwere Bombe entschärft und die Menschen konnten zurück in ihre Wohnungen. Der amerikanische Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg mit Kopf- und Bodenzünder befand sich in einem schlechten Zustand. Er war am Donnerstag bei Abrissarbeiten des alten Koblenzer Stadtbads an der Mosel gefunden worden.

Wir waren den ganzen Tag vor Ort dabei. Der Blog zum Nachlesen:



10.000 Menschen evakuiert

Alter Mensch im Rollstuhl wird in Transporter geschoben

Einige Anwohner brauchten Hilfe bei der Evakuierung

Bevor die Entschärfungen begann, waren etwa 10.000 Anwohner evakuiert worden. Auch rund 200 Bewohner eines Seniorenheims in der Koblenzer Altstadt mussten in ein anderes Quartier gebracht werden, 40 davon konnten nicht selbst gehen. Rund 800 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und der Stadt Koblenz halfen bei der Evakuierung des Sperrgebiets, das 800 Meter rund um den Fundort des Blindgängers ausgewiesen worden war.

Polizeipräsidium musste geräumt werden

Die Koblenzer sind mit dem Prozedere bei Bombenentschärfungen eigentlich vertraut. Diesmal gab es aber eine Besonderheit: Das Polizeipräsidium musste evakuiert werden.

Leere Straßen und Straßensperren

Leere Straßen im Sperrgebiet

Im Sperrbereich lagen auch die Europabrücke und die Balduinbrücke. Während der Entschärfung stand auch die Koblenzer Seilbahn kurzfristig still. Auch der linksrheinische Zugverkehr und die Schifffahrt auf der Mosel waren eingestellt. Die B9 in Richtung Innenstadt war vorübergehend gesperrt.

2011 erlebte Koblenz die bis dahin bundesweit größte Evakuierungsaktion wegen eines Blindgängers seit dem Zweiten Weltkrieg. Damals hatten 45.000 Bewohner ihre Wohnungen und Häuser vorübergehend verlassen müssen.

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