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Zusammenarbeit von AfD und NPD? AfD wehrt sich gegen Plakat-Kampagne

Erststimme AfD, Zweitstimme NPD: Mit diesem Aufruf wirbt die rechtsextreme NPD zur Landtagswahl. Der AfD-Landesverband plant juristische Schritte. Laut NPD helfen AfD-Mitglieder aber längst auch der NPD.

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2:32 min | Di, 8.3.2016 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen RP

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AfD und NPD im Wahlkampf

Unerwünschte Wahlkampfunterstützung?

Die NPD sucht im Endspurt des Landtagswahlkampfs die Nähe zur AfD und sieht beide Parteien als gemeinsames Gegenmodell zu den Etablierten. Die AfD will zumindest offiziell nichts davon wissen.

Mit den Plakaten der NPD würde fälschlicherweise eine Zusammenarbeit beider Parteien suggeriert, teilte die AfD am Dienstag mit. "Weder gibt es irgendein Bündnis oder eine Absprache der AfD mit der NPD, noch wird es dergleichen geben", sagte der AfD-Landesvorsitzende Uwe Junge.

Zudem seien ohne Einverständnis wesentliche Elemente des Parteilogos verwendet worden. "Wir haben die NPD daher per anwaltlichem Schreiben aufgefordert, die fraglichen Plakate zu entfernen und eine entsprechende Unterlassungserklärung zu unterzeichnen", so Junge weiter. Weitere rechtliche Maßnahmen behalte sich die AfD vor.

NPD hält an Idee fest

Die NPD will dennoch in den kommenden Tagen allein in Rheinland-Pfalz 1.000 Plakate aufhängen, um so gemeinsam Wähler-Stimmen zu holen. "Abgesprochen war das nicht. Diese Initiative ging von uns aus, um auch der AfD öffentlich die Hand zu reichen", sagte die stellvertretende NPD-Landesvorsitzende in Rheinland-Pfalz, Ricarda Riefling, dem SWR.

Hilfe von AfD-Mitgliedern?

Viele AfD-Mitglieder hätten in den vergangenen zwei Wochen der NPD im Wahlkampf geholfen, zum Beispiel beim Aufhängen der Wahlplakate und Verteilen von Flugblättern. Das schmecke wahrscheinlich der AfD-Parteiführung nicht, so Riefling: "Aber wenn wir sehen, wir haben gemeinsame Ansätze, dann sollten wir das gemeinsam auch machen. Wir stellen uns da nicht quer."

AfD-Sprecher Jan Bollinger bezeichnete das als absurd. Warum sollten AfD-Mitglieder einer anderen Partei, wie der NPD, beim Wahlkampf helfen, sagte er dem SWR.

NPD: AfD und NPD "gemeinsames Gegenmodell"

Am Montag hatte die rechtsextreme NPD in Berlin eine Plakat-Kampagne vorgestellt, bei der sie ihre Wähler für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz aufruft, ihre Erststimme der AfD zu schenken.

Der NPD-Vorsitzende Frank Franz betonte am Montag in Berlin die Gemeinsamkeiten der Parteien. Die Flüchtlingskrise zeige, dass "die Parteien, die grundsätzlich in eine ähnliche Richtung wollen, auch an einem Strang ziehen sollten", sagte Franz.

NPD und AfD seien kein Gegensatz, sondern ein "gemeinsames Gegenmodell". Beide Parteien seien "heimattreu und patriotisch".

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