Bitte warten...

Streit in Mehlbach wegen Windkraft Rotmilan stoppt Windräder

Es ist das vorläufige Aus für Windräder in Mehlbach: Ein Gutachten hat bestätigt, dass dort Rotmilane leben. Die einen freut's, die anderen sind gefrustet. Der Ort ist gespalten.

Ein Rotmilan fliegt an Windrändern vorbei

Wo Milane leben, dürfen keine Windräder stehen.

Mehlbach bleibt windradfrei - fürs Erste. Weil der Rotmilan im Mehlbacher Wald gesichtet wurde, muss der Gemeinderat seine Windkraft-Pläne zähneknirschend auf Eis legen. Zunächst für drei Jahre - so lange wird beobachtet, ob sich der Vogel in der Gegend dauerhaft ansiedelt.

Entweder für oder gegen Windräder

Seit die Mehlbacher das wissen, ist die Stimmung im Ort eisig. Die Fronten in der 1.000-Seelen-Gemeinde sind verhärtet, es herrscht Verunsicherung. Einige sagen ihre Meinung nur hinter vorgehaltener Hand - aus Angst, dass sie sonst schief angeguckt werden und Probleme kriegen.

2,3 Millionen Euro Schulden

Ein Mann erzählt, er sei für die Windräder, denn sie seien "die einzige Möglichkeit, Mehlbach zu entschulden". 2,3 Millionen Euro Miese hat die Gemeinde. Für die Windräder wollte sie Grundstücke an den Energieversorger Pfalzwerke verpachten und damit einen Teil der Schulden abbauen. Die Enttäuschung bei den Windkraft-Befürwortern ist jetzt groß. Ortsbürgermeister Harry Braun gehört dazu, möchte sich aber zu den neuen Entwicklungen nicht äußern.

Blick vom Luitpoldturm auf den Pfälzerwald

Die Naturschützer jubilieren, weil vorerst keine Windräder im Wald gebaut werden. (Sujetbild)

"Kann nicht der richtige Weg sein"

Seine Stellvertreterin Martina Nagel ist im Gegensatz zum Bürgermeister gegen die Windräder im Mehlbacher Wald. "Die Anlagen werden 200 Meter hoch", erklärt Nagel. "Wir werden sie hören und wir werden sie sehen." Durch den Bau würden fünf Hektar Wald verloren gehen. "Das kann nicht der richtig der Weg sein", findet Martina Nagel. Auch ihr Mann Frank Nagel freut sich über den aktuellen Stand. Er hat die Bürgerinitiative gegen Windkraft im Mehlbacher Wald gegründet. "Wir werten dieses Verschieben eigentlich als Absage", stellt er klar.

Wogen in Mehlbach sollen geglättet werden

Martina Nagel hofft, dass in den nächsten Jahren nicht nur der Rotmilan beobachtet wird. Sondern, dass sich die Mehlbacher wieder zusammenraffen. "Man kann jetzt vielleicht versuchen, ein bisschen die Wogen zu glätten, die Risse zu kitten. Vielleicht beruhigt sich das Ganze wieder etwas und man diskutiert auf einer sachlicheren Ebene." Damit die Gemeinde wieder zusammenwächst.

Aktuell in Rheinland-pfalz