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Naturpark Pfälzerwald Titel "Biosphärenreservat" in Gefahr

Der Status als Biosphärenreservat für den Pfälzerwald ist nicht gottgegeben, sondern die Menschen müssen etwas dafür tun. Zum Beispiel weitere naturbelassene Flächen ausweisen.

Pfälzerwald

Der Pfälzerwald könnte den Titel als Biosphärenreservat verlieren.

Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) hat dem Naturpark Pfälzerwald den Titel eines Biosphärenreservates verliehen. Diese Auszeichnung lockt Touristen an und sichert Fördergelder. Aber die UNESCO kann den Titel auch aberkennen. Und das droht dem Naturpark Pfälzerwald, denn er erfüllt nicht alle Kriterien, die die UNESCO an ein Biosphärenreservat stellt.

Pfälzerwald sich selbst überlassen

Dabei geht es um die sogenannten Kernzonen. Dort haben Menschen nichts zu suchen, hier soll sich die Natur völlig ungestört entwickeln. Hier würden Bäume zum Beispiel ihr Höchstalter erreichen, zerfallen und damit einen neuen Lebensraum für Insekten und andere Tiere schaffen, sagt Roland Stein von der Naturparkverwaltung. "Das ist anders als in einem Wirtschaftswald, wo nach 150 Jahren die Bäume eingeschlagen werden, die normalerweise vier- bis fünfmal so alt werden."

Pfälzerwald

In den Kernzonen des Pfälzerwaldes soll sich die Natur ohne Einfluss des Menschen entwickeln.

Kernzonen sind zu klein

Die Naturparkverwaltung hat im Pfälzerwald etwa zwei Prozent der Gesamtfläche als Kernzone ausgewiesen. Die UNESCO fordert aber mindestens drei Prozent – das entspricht etwa einer Fläche von 5.400 Hektar. Eigentlich hätte der Naturpark die Fläche längst erweitern müssen, das ist bis jetzt aber nicht geschehen. Eine Frist der UNESCO gibt es zwar nicht, aber die Organisation erwartet, dass sich bald etwas tut. Es gehe zuerst in einem Biosphärenreservat um eine nachhaltige Entwicklung, sagt der stellvertretende Generalsekretär der deutschen Kommission, Lutz Möller. "Da ist das Ziel wichtiger als der genaue Zeitpunkt. Aber wir erwarten, nachdem diese Aufgabe schon eine Reihe von Jahren nicht erledigt wurde, jetzt schnelle Fortschritte."

Unterschiedliche Interessen müssen abgewogen werden

Die bisher bestehende Kernzone ist keine zusammenhängende Fläche, sondern es gibt mehrere Flecken unberührter Natur innerhalb des Naturparks. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium hat vorgeschlagen, sowohl bestehende Kernzonen im Pfälzerwald zu erweitern, als auch neue auszuweisen. So will man die 3-Prozent-Vorgabe der UNESCO erreichen. Doch bei der Erweiterung müssen verschiedene Interessen abgewogen werden. Der Bezirksverband Pfalz ist Träger des Naturparks - und der Bezirkstagsvorsitzende Theo Wieder (CDU) weiß, dass Anliegergemeinden, Naturschützer und Freizeitveranstalter nicht immer einer Meinung sind. "In touristischer Hinsicht, in Dorfentwicklungshinsicht - auch die Natursportler werden sich zu Worten melden mit ihren Mountainbike-Parks und den Trekkingplätzen. Das alles sind komplexe unterschiedliche Interessenlagen, die dann zum Schluss abgewogen werden müssen."

Optimismus bei Verantwortlichen

Theo Wieder, das Land und die UNESCO sind allerdings optimistisch, dass sich die Beteiligten in absehbarer Zeit einigen und der Naturpark Pfälzerwald den Titel Biosphärenreservat nicht verliert. Roland Stein von der Naturparkverwaltung appelliert, dass es wichtig sei, auch mal ab und zu zurück zu treten. "Wir müssen anerkennen, dass die Natur auch einen Eigenwert hat, ohne dass wir sie überall nutzen."

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2:26 min | Fr, 19.2.2016 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen RP

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