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Investition im Stammwerk Ludwigshafen Teuerste BASF-Anlage offiziell in Betrieb

Es ist die bislang größte und teuerste Anlage, die der Chemiekonzern BASF im Stammwerk Ludwigshafen am Dienstag eingeweiht hat. Was hier produziert wird ist hochgiftig - und wertvoll.

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2:16 min | Di, 17.11.2015 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen RP

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Milliardeninvestition in Ludwigshafen

BASF baut bisher teuerste Produktionsanlage

Bei der BASF in Ludwigshafen ist die bisher teuerste Produktionsanlage am Standort in Betrieb genommen worden. Sie hat eine Milliarde Euro gekostet. Die neue Anlage dient zur Herstellung von TDI.

Bundeswirtschaftsminister Siegmar Gabriel (SPD) wertete die Investition als "kaum zu übersehendes Zeichen für die Standorttreue" des Weltkonzerns. Die Anlage, in der das Kunststoff-Grundprodukt Toluylendiisocyanat - kurz TDI - hergestellt wird, sei wichtig, damit Deutschland weiter ein bedeutender Industriestandort bleibe, so Gabriel weiter. Nach Angaben von BASF-Vorstandschef Kurt Bock erhielt Ludwigshafen wegen seiner besseren Verbundstruktur den Zuschlag vor dem BASF-Werk Antwerpen. "Wermutstropfen" sei, dass 2016 eine kleinere TDI-Anlage am BASF-Standort im brandenburgischen Schwarzheide stillgelegt wird. Die 100 Mitarbeiter sollen in neuen Anlagen eingesetzt werden.

Weltweit größte Anlage ihrer Art

Der Markt für den Rohstoff TDI wachse weltweit schneller als die Weltkonjunktur insgesamt, sagte Bock bei der offiziellen Einweihung. Nach BASF-Angaben ist es die weltweit größte Anlage ihrer Art. Sie umfasst acht Teilanlagen, die nun nach und nach in Betrieb gehen. Die Investitionskosten betrugen rund eine Milliarde Euro. In ihrer 150-jährigen Unternehmensgeschichte hat die BASF noch nie so viel Geld in ein einzelnes Projekt am Standort Ludwigshafen gesteckt.

TDI - ein Kunststoff-Grundprodukt mit Zukunft?

 Der Vorstandsvorsitzende des Chemiekonzerns BASF, Kurt Bock, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke

Die Polit-Prominenz dreht am Rad

Mit der vier Fußballfelder großen Anlage können laut BASF jährlich 300.000 Tonnen TDI produziert werden. Dank eines neuen Verfahrens benötige sie für eine Tonne TDI nur noch halb so viel Energie wie bisher und auch weniger Rohstoffe, hieß es.

Die BASF erwartet, dass die Nachfrage nach TDI in den kommenden Jahren steigen wird. Das Unternehmen setzt dabei auf wachsende Märkte in Mittel- und Osteuropa, im mittleren Osten sowie in Afrika.

TDI ist hochgiftig

TDI ist Grundprodukt für den Spezialkunststoff Polyurethan. Dieser wird zum Großteil in der Auto- und Möbelindustrie verwendet, zum Beispiel in Sitzpolstern oder in der Innenverkleidung.

In der TDI-Fabrik sind nach Konzernangaben 200 Mitarbeiter beschäftigt, die sich jahrelang auf ihre Tätigkeit vorbereitet haben. Der Grundstoff TDI ist allerdings hochgiftig. Deshalb hat die BASF ein spezielles, mehrstufiges Sicherheitskonzept für die Beschäftigten entwickelt.

Der Bau der TDI-Anlage dauerte drei Jahre. Verzögert wurde er unter anderem dadurch, dass im Februar 2013 auf dem Gelände eine Weltkriegsbombe detonierte. Damals war ein Arbeiter verletzt worden. Die Arbeiten wurden vorübergehend eingestellt und die Fläche nach weiteren Blindgängern abgesucht. Weltkriegsbomben sind bei der BASF immer wieder Thema; erst kürzlich wurde eine abtransportiert.

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