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Internet-Ausbau kostet laut Studie Milliarden Breitband für alle geht mächtig ins Geld

Schnelles Internet - davon kann man in vielen Gegenden in Rheinland-Pfalz nur träumen. Die Landesregierung will den Ausbau vorantreiben, doch der wird einer Studie zufolge Milliarden kosten.

Glasfaserkabel

(Symbolbild)

2,8 Milliarden Euro würde es kosten, im Land flächendeckend Glasfaserkabeln zu verlegen. Weitere 370 Millionen kämen hinzu, wenn auch der Abschnitt zwischen Kabelverzweiger und Hausanschluss mit Glasfaser abgedeckt wird. Das ist das Ergebnis der am Donnerstag in Mainz vorgestellten Studie des TÜV Rheinland für die Landesregierung.

Dafür wurde eine Bandbreite von 300 Megabit pro Sekunde (300 MBit/sec) als Ziel zugrunde gelegt. Dieser Ausbau könne nur langfristig gestemmt werden, sagte Studienleiter Andreas Windolph und nannte dafür einen Zeitraum von etwa 15 Jahren.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) erklärte bei der Vorstellung, eine umfassende Internetversorgung mit hoher Bandbreite sei eine entscheidende Voraussetzung, um die Abwanderung aus ländlichen Regionen aufzuhalten. Mit verlässlicher Netzanbindung könne sich ein Architekt in ländlicher Gegend genauso an einem globalen Wettbewerb beteiligen wie eine Kollegin in einem Ballungsgebiet.

Rheinland-Pfalz hinkt hinterher

Allerdings liegt Rheinland-Pfalz bei der Versorgung mit einer Bandbreite von 50 Megabit pro Sekunde zurzeit noch unter dem Bundesdurchschnitt. Inzwischen steht diese Bandbreite für 65,9 Prozent der Haushalte im Land zur Verfügung. "Wir sind sicher, die verbleibenden 34 Prozent schnell aufholen zu können", sagte Dreyer. Bundesweit soll dies bis 2018 erreicht werden.

Die Bandbreite von 50 MBit/sec kann meist mit herkömmlichen Kupferkabeln gestemmt werden, deren Leistungsfähigkeit durch neue technische Entwicklungen in den vergangenen Jahren immer weiter ausgereizt wurde. Jetzt müsse die Dynamik im Ausbau aber beschleunigt werden, sagte Staatssekretärin Heike Raab (SPD) und fügte hinzu: "Weg vom Kupfer zur Glasfaser!"

Raab: Ansatz des Bundes gescheitert

Der über Jahre hinweg vom Bund verfolgte "reine Marktansatz" sei gescheitert, stellte Raab fest - die Telekommunikationsunternehmen scheuten die hohen Investitionskosten für die Glasfaser. Die "Wirtschaftlichkeitslücke" müsse jetzt mit staatlichen Förderprogrammen gedeckt werden. Die erforderlichen Mittel vom Land und vom Bund stünden dafür bereit.

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