Bitte warten...

Im Dornröschenschlaf Der Ringracer wartet auf den Prinzen

Von Andrea Lohmann

Der Ringracer bleibt ein echter Ladenhüter. Gefühlt steht er schon lange zum Verkauf, doch bislang hat sich noch nicht ein einziger Interessent gemeldet. Das stört die Eigentümer aber nicht wirklich.

Ringracer

Ein Symbol für das Auf und Ab in vergangenen Tagen - der Ringracer

Nürburgring-Pressesprecher Uwe Baldes stellt klar, wo man am Nürburgring die Prioritäten setzt: "Der Motorsport ist unser Kerngeschäft." Dieses Geschäft soll brummen. Für die Achterbahn gilt also: hinten anstellen. "Der Ringracer ist der einzige Stillstand bei uns. Aber so, wie er steht, stört er uns eben auch nicht", sagt Baldes unverblümt.

Die Geschichte

Zur Erinnerung: Der Ringracer war für einen Millionenbetrag als der Touristenmagnet schlechthin konzipiert worden, maßgeschneidert für die Grüne Hölle. Auf zwölf Millionen Euro wird die Anschaffung taxiert. Richtig in Schwung gekommen ist die Achterbahn unterdessen nie. Ganze vier Tage ist die Bahn letztlich gelaufen, vom 31. Oktober bis zum 3. November 2013. Gerade mal um die 2.000 Menschen sollen mit ihr gefahren sein. Pressesprecher Baldes sagt heute, dass die Achterbahn ein "Symbol der vergangenen, unruhigen Tage sei".

Für die Capricorn Nürburgring GmbH, die Eigentümerin am Nürburgring, ist es auch keine Option, die Achterbahn wieder laufen zu lassen: "Das ist eine betriebswirtschaftliche Entscheidung", sagt Sprecher Baldes.

Einsatzbereit sei das rastende Fahrgeschäft aber durchaus jederzeit. Es lägen alle Genehmigungen vor, das sei ja für jeden potenziellen Käufer wichtig. Wenn der Ringracer morgen in die Startlöcher gehen sollte, bräuchte es nur eine finale TÜV-Abnahme, so wie vor dem Start jeder beliebigen Kirmes auch.

Die Hoffnung

Konkret nach dem Stand der Verkaufsaktivitäten gefragt, antwortet Baldes unbestimmt: "Wir suchen nach einem Käufer, aber wir sind nicht aktiv auf der Suche." Eine Ausschreibung gebe es nicht. Auf Nachfrage präzisiert er: "Wir hoffen, dass jemand den Ringracer gebrauchen kann." Klingt ein bisschen nach einem modernen Märchen, in dem sich der Prinz noch versteckt hält. Allzu viele Prinzen mit dicker Geldbörse dürfte es unterdessen auch nicht geben, die an einem Kauf des Fahrgeschäftes interessiert sind: "Es gibt einen relevanten, aber keinen riesigen Markt, auf dem sich herumspricht, dass der Ringracer zum Verkauf steht", so Baldes.

Vor einem halben Jahr hatten sowohl der Holiday Park in Haßloch als auch der Europa-Park in Rust klar gemacht, dass sie kein Interesse an einem Kauf hätten. Der für den Nürburgring maßgeschneiderte Ringracer passe, so die Verantwortlichen, nicht in die jeweiligen Konzepte der Parks.

Ring-Geschäftsführer Carsten Schumacher hatte damals gegenüber dem SWR von einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit für einen Verkauf gesprochen und dass ein Abbau zwischen November und März, außerhalb der Saison, stattfinden müsse. Knapp drei Monate Zeit also noch.

Rast und Rost

Dass man am Nürburgring offenbar nicht den richtigen Kick hat, um aktiv nach einem Käufer zu suchen, mag auch daran liegen, dass für den "Ringracer im Moment keine laufenden Kosten anfallen", wie Sprecher Baldes versichert. Wer rastet der rostet - dieses Naturgesetz scheint für den Ringracer nicht zu gelten. Da eine Verschrottung laut Baldes ebenfalls kein Thema ist, verharrt der Ringracer im Dornröschenschlaf und träumt weiter von einem gut betuchten Prinzen, der ihn wachküsst.  

Aktuell in Rheinland-pfalz