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Fastnacht in RP Sicherheitskonzepte auf dem Prüfstand

Die Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht beschäftigen auch die Sicherheitsbehörden in Rheinland-Pfalz. Jetzt stehen vor allem die Sicherheitskonzepte für die Fastnacht auf dem Prüfstand.

Polizisten stehen im Vordergrund in einer Reihe, im Hintergrund feiern Narren an Rosenmontag in Mainz

Polizeischutz am Rande des Rosenmontagszugs (Archivbild)

"Der Schutz vor Gewalt und Übergriffen hat bei den Sicherheitskonzepten der rheinland-pfälzischen Polizei für Großveranstaltungen höchste Priorität", sagt Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Sie trifft in der kommenden Woche gemeinsam mit Innenminister Roger Lewentz (SPD) die Polizeipräsidenten des Landes, um sich über aktuelle Planungen der Polizei zu informieren.

Wenn schnelles Eingreifen gefragt ist

Lewentz will beim Rosenmontagszug in Mainz auf mobile Einsatzgruppen der Polizei zurückgreifen: "Sie ermöglichen ein schnelles und massives Einschreiten.» Auch über Kameras an Polizeiuniformen - sogenannte Body-Cams - denkt der rheinland-pfälzische Innenminister offen nach. Sie könnten "ein taktisches Instrument sein, um zunehmenden Übergriffen bei Großveranstaltungen zu begegnen", sagt Lewentz. In Mainz und Koblenz läuft dazu seit 2015 ein Modellversuch.

Vereine stellen eigene Ordner

Die Nachrichten zu den Angriffen gegen Frauen in der Silvesternacht in der konkurrierenden Karnevalshochburg haben auch die Fastnachter aus Mainz aufmerksam verfolgt, bleiben aber gelassen. "Klar nehmen wir das ernst", sagt Michael Bonewitz vom Vorstand des Mainzer Carnevalsvereins (MCV). "Aber wir dürfen jetzt nicht in Panik verfallen."
Anders als eine Silvesternacht könnten die Veranstaltungen zum Straßenkarneval besser vorbereitet und geplant werden. Die Vereine unterstützten die Polizei mit mehreren hundert eigenen Ordnern.

Auch in Koblenz bleiben die Narren auf Kurs: "Sich von den Ereignissen die Vorfreude nehmen zu lassen, wäre das falsche Signal", sagt Ernst Knopp, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval. Man sei mit Polizei und Stadtverwaltung im Gespräch, um das Sicherheitskonzept zu aktualisieren. Dabei sei es wichtig, Lehren aus Köln zu ziehen und Probleme klar zu benennen.

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