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Fang im Rhein bei Mainz-Kastel Hochwasser Verhängnis für Zwei-Meter-Wels

Der Rhein führt Hochwasser: Was für die Schifffahrt ein Problem ist, freut Angler ganz besonders. Jetzt gab es einen Rekordfang bei Mainz-Kastel.

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1:30 min | Mo, 15.2.2016 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen RP

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Riesenwels bei Mainz-Kastel gefangen

Großes Anglerglück am Rhein

Durch das Hochwasser ist die Chance Fische zu fangen erheblich größer. Ein besonders großes und schweres Exemplar hat nun ein Angler bei Mainz-Kastel aus dem Rhein geholt.

Igor Hamm wollte eigentlich Zander angeln. Doch am Sonntagnachmittag ging dem 28-Jährigen aus Mainz-Kastel etwas deutlich Größeres an den Haken. In der Nähe der Bastion Schönborn biss ein Wels an. "Mir tut heute noch der Arm weh. Ich habe bestimmt eine Stunde mit dem Fisch gekämpft", sagt Hamm am Montag. Schnell bildete sich ein Grüppchen Schaulustiger am Rheinufer: Spaziergänger blieben stehen, zückten Handykameras. Und auch ein Anglerkollege gesellte sich dazu, um Hamm beim Rausziehen des Riesenfisches zu helfen. "Wir konnten den Wels kaum zu zweit heben", sagt Hamm, der seinen Fang auf 50 bis 60 Kilogramm schätzt.

"Am liebsten zurückgeworfen"

An Land legte sich der 1-Meter-80-Mainzer neben den Fisch. Nachgemessen habe sich eine Länge von 2,02 Meter ergeben, sagt Hamm. Nachdem Fotos und Videos geschossen waren, habe er Anglerfreunde angerufen, um die Beute zu zerlegen. "Am liebsten hätte ich den Fisch wieder zurückgeworfen", stellt Hamm klar. Doch das darf er nicht, wie er sagt. Und es seien schon zu viele Zuschauer anwesend gewesen, um es trotzdem zu tun.

Das Gesetz erlaubt keine Gnade

Der Präsident des Landesfischereiverbandes, Heinz Günster, führt das Tierschutzgesetz an. Demnach sei die sinnvolle Verwertung eines gefangenen Fisches wichtig. Ein einfaches "Catch-and-release", also das Fangen und wieder Zurückwerfen, sei verboten - auch, wenn es sich viele Angler wünschen, um ein kapitales Exemplar noch einmal angeln zu können.

2-Meter-Wels wird aus dem Rhein gezogen

Nach Angaben von Igor Hamm war der Wels 50-60 Kilo schwer.

Letztlich habe Igor Hamm etwas für die Natur getan, indem er sich dagegen entschieden habe, den Wels wieder freizulassen. Welse vernichten große Fischbestände und sind keine heimischen Fische im Rhein, sagt Günster. Dass gerade jetzt viele Welse anbeißen, liegt am Hochwasser. Das spült viel Kleingetier in den Rhein, das den Wels als Allesfresser aus den unteren Gewässerschichten nach oben lockt.

Was bleibt: Viele Fischfrikadellen

Entgegen der landläufigen Meinung könne man Wels durchaus essen, sagt Günster. Erfahrene Fischer wüssten, welche Teile essbar seien. Wels schmeckt demnach vor allem geräuchert hervorragend. Igor Hamm will den 2-Meter-Wels zu Fischfrikadellen verarbeiten.

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