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Ex-DFB-Präsident im Visier Zwanziger wehrt sich gegen FIFA-Ermittlungen

Nun untersucht auch die FIFA die Vergabe der Fußball-WM 2006 - und ermittelt auch gegen Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger. Der versteht die Welt nicht mehr.

Theo Zwanziger

Auch Theo Zwanziger ist jetzt im Visier der FIFA-Ermittler

Die Ethikkommission des Weltfußballverbandes FIFA untersucht nun offiziell die Vergabe der WM 2006 in Deutschland. Im Visier stehen die Mitglieder des Organisationskomitees um Franz Beckenbauer: unter anderem auch Theo Zwanziger aus Altendiez (Rhein-Lahn-Kreis).

Der ehemalige DFB-Präsident wehrte sich am Dienstag heftig gegen die Vorwürfe: er habe Ungereimtheiten bei der WM-Vergabe aufklären wollen, sobald er von ihnen erfahren habe: "Ich bin sehr verwundert und weise die Anschuldigungen in aller Deutlichkeit zurück", sagte Zwanziger der Deutschen Presseagentur. Zwanziger will den Leiter der Ethikkommission wegen Verdachts auf Befangenheit ablehnen.

Der Weltverband will herausfinden, ob das von Beckenbauer geleitete Organisationskomitee Geld gezahlt hatte, um die WM 2006 nach Deutschland zu holen. Konkret geht es um zwei verdächtige Zahlungen von 6,7 Millionen Euro. Beckenbauer hatte stets bestritten, dass das Geld zur Bestechung von Funktionären genutzt worden sei. Der DFB hat wegen der dubios erscheinenden Zahlung schon einen Untersuchungsbericht veröffentlicht.

Steuerfahndung war schon zu Besuch

Neben Beckenbauer soll nun von der FIFA auch die Rolle der ehemaligen DFB-Präsidenten Zwanziger und Wolfgang Niersbach erneut beleuchtet werden. Beide hatten schon im November Besuch von der Steuerfahndung gehabt. Es ging um den Verdacht, dass besagte 6,7 Millionen in Steuererklärungen falsch deklariert wurden. Zwanziger hatte damals gesagt, dass er die Ermittlungen ausdrücklich begrüße, um die Zahlung aufzuklären. Er war von 2004 bis 2012 Präsident der DFB und damit auch Teil des WM-Organisationskomitees gewesen. Ebenso wie sein Nachfolger Niersbach, , jegliches Fehlverhalten aber von sich wies. Zwanziger kritisierte am Dienstag erneut, dass Niersbach nicht ausreichend an der Aufklärung mitgearbeitet hätte.

Niersbach hat mehr zu verlieren als Zwanziger

Im Gegensatz zu Zwanziger ist Niersbach immer noch als Fußball-Funktionär tätig. Seit 2015 ist er Teil des FIFA-Exekutivkomitees. Sollte die Ethikkommission zu dem Ergebnis kommen, dass er im Sommer 2015 als damals amtierender DFB-Präsident zu wenig für die Aufklärung der dubiosen Zahlung getan habe, könnte er diesen lukrativen Posten verlieren: Selbst wenn er tatsächlich von den Vorgängen selbst nichts gewusst haben sollte.

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