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Durchsuchung bei mutmaßlichen IS-Terroristen in St. Johann Verdacht reicht nicht für Haft

Im rheinhessischen St. Johann nahm am Wochenende ein Sondereinsatzkommando mutmaßliche IS-Terroristen fest. Doch hinter Gitter wandern die Männer wohl trotzdem vorerst nicht.

ARCHIV - Ein vermummter Polizist vor einem Polizeiauto

(Symbolbild)

Nach der Festnahme am Sonntag wurden die Männer zunächst verhört. Die Verdachtslage rechtfertige aber keinen Haftbefehl, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Montag. Nach SWR-Informationen richtet sich das Ermittlungsverfahren gegen zwei Männer, die als Flüchtlinge nach Rheinland-Pfalz gekommen sind. Sie sollen in Syrien Mitglieder einer terroristischen Vereinigung gewesen sein. Hinweise auf eine konkrete Anschlagsplanung für Deutschland gebe es nicht.

Um welche Vereinigung es sich handele, müssten die Ermittlungen zeigen. Unklar ist zudem, warum offenbar weitere Personen festgenommen wurden. Der Ortsbürgermeister von St. Johann, Hans Bergmann, sagte dem SWR, dass am Sonntag vier Männer festgenommen worden seien. Alle vier seien Syrer und hätten das Wohnhaus kurz vor Weihnachten bezogen. Die Männer seien ruhig und unauffällig gewesen. Man habe nichts Verdächtiges von ihnen gesehen oder gehört. Weitere Informationen wollte die Bundesanwaltschaft mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht geben.


Angeblich beim IS

Am Sonntag hatte zuerst "Spiegel Online" über die Durchsuchungen berichtet. In dem Artikel war zunächst die Rede von zwei Männern, die in einem Flüchtlingsheim mit syrischen Flüchtlingen wohnten. Bei einem der Beschuldigten handele es sich um einen mutmaßlichen ehemaligen Kommandeur der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Der 32-Jährige halte sich seit Herbst in Deutschland auf. Er selbst bestreite, jemals beim IS gewesen zu sein. Vor dem Mann warnten syrische Aktivisten im Internet, so das Nachrichtenportal. Demnach soll er sich einst als Selbstmordattentäter angedient haben. Nach SWR-Informationen gibt es dafür bislang keine Bestätigung von der Bundesanwaltschaft.

Zweite Razzia in einer Woche

Bei dem Einsatz handelte es sich um die zweite Polizei-Aktion gegen mutmaßliche Dschihadisten binnen einer Woche. Bei Razzien am Donnerstag in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hatten Ermittler eine mutmaßliche islamistische Terrorzelle zerschlagen. Vier IS-Anhänger sollen womöglich einen Anschlag in Berlin geplant haben. Ermittelt wird gegen vier Algerier im Alter zwischen 26 und 49 Jahren wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Es gab zwei Festnahmen.

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