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Düsseldorfer Gericht Zwanziger siegt wohl gegen Katar

Katars Fußball-Verband QFA wollte nicht hinnehmen, dass Ex-DFB-Präsident Zwanziger das Land als "Krebsgeschwür des Weltfußballs" bezeichnet. Vor Gericht droht den Katarern nun eine Niederlage.

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1:45 min | Di, 2.2.2016 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen RP

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Gericht entscheidet wegen Katar-Klage

"Krebsgeschwür"-Aussage Zwanzigers zulässig

Als "Krebsgeschwür des Weltfußballs" hatte Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger den Wüstenstaat Katar bezeichnet. Das war von der Meinungsfreiheit noch gedeckt, befinden Düsseldorfer Richter, wollen dies vor dem Urteilsspruch aber noch mal überdenken.

In einer sogenannten juristischen Einschätzung kam das Düsseldorfer Landgericht am Dienstag zu dem Ergebnis, dass Zwanzigers Äußerungen von der Meinungsfreiheit gedeckt sind. Demnach sei das Recht auf freie Meinungsäußerung im verhandelten Fall höher einzuschätzen als der "Ehrschutz" des katarischen Fußballverbandes. Das Urteil wird offiziell am 19. April verkündet werden.

Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger aus Altendiez (Rhein-Lahn-Kreis) wollte sich auch im Ruhestand nicht den Mund verbieten lassen. Konkret ging es um Zwanzigers Äußerung in einem Interview des Hessischen Rundfunks, das Emirat am Golf sei "das Krebsgeschwür des Weltfußballs".

Die QFA forderte Unterlassung, der Streitwert wurde auf 100.000 Euro festgesetzt. Zwanzigers Worte seien eine "nicht hinnehmbare Verleumdung und Herabwürdigung" der Bürger und des Staates, zudem hetzerisch und durch Fakten nicht zu belegen, so die QFA.

War Zwanzigers Äußerung eine "Machtkritik?"

Zwanziger argumentierte dagegen, seine Äußerung sei eine "Machtkritik" gewesen, zu der er als DFB-Präsident (bis 2012) und Mitglied der Exekutive des Weltfußballverbandes FIFA (bis 2015) "geradezu verpflichtet war".

Er führte weiter an, sein Begriff habe sich immer "auf das System der Vergabe durch die FIFA und die Vergabe-Entscheidung selbst" bezogen. Also auf "alle, die sich vom System Katar im dortigen Land und in den Entscheidungsgremien des Weltsports vereinnahmen lassen und damit teilnehmen an einem für den Gesamtsport tief traurigen Werteverlust." Die QFA sei "nicht angesprochen".

Zwanziger kündigt Klage gegen ARD an

Am Rande des Prozesses kündigte Zwanziger rechtliche Schritte gegen die ARD-Tagesschau an. Er sei durch eine Tatsachenbehauptung in einer Sendung geschädigt worden. Konkret geht es um Vorwürfe in Zusammenhang mit möglichen Schmiergeldzahlungen bei der Vergabe der Fußball-WM 2006. Dabei soll Zwanziger den Aufsichtsrat des WM-OK getäuscht haben. Bislang sind noch keine juristischen Schritte eingeleitet worden.

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