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SWR-Dokumentation "Schäuble - Macht und Ohnmacht"

Sechs Monate Schäuble hautnah: Ein SWR-Film dokumentiert die Griechenland-Verhandlungen des Finanzministers, beleuchtet aber auch brisante Themen wie die CDU-Spendenaffäre.

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2:05 min | Mi, 19.8.2015 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen RP

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Mainz

Schäuble-Äußerungen werfen Fragen auf

SWR

Äußerungen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) werfen neue Fragen in der CDU-Spendenaffäre um Altbundeskanzler Helmut Kohl auf. Die SWR-Dokumentation "Schäuble - Macht und Ohnmacht" wird am 24. August ausgestrahlt.

Aussagen, die aufhorchen lassen, von Wolfgang Schäuble zur CDU-Spendenaffäre: Die geheimen Spender, die Altbundeskanzler Helmut Kohl nicht verraten wollte, habe es gar nicht gegeben, sagt er im Film. Schäuble - langjähriger Vertrauter von Altkanzler Kohl - hatte schon früh Zweifel an dessen Darstellung geäußert. Er glaube nicht an die geheimen Spender, deren Namen Kohl nicht verraten wollte, weil er sein Ehrenwort gegeben habe, bekräftigte Schäuble nun.

In der SWR-Dokumentation "Schäuble - Macht und Ohnmacht" des Dokumentarfilmers Stephan Lamby wird der Bundesfinanzminister jetzt aber erstmals konkret. Auf die Frage nach Kohls Spendern antwortet Schäuble wörtlich: "Es gibt keine. Es gab aus der Zeit von Flick schwarze Kassen."

Der Großindustrielle Flick hatte in den 1970er und -80er Jahren versucht, durch großzügige Spenden an die CDU, Einfluss auf die Politik zu nehmen. Der Skandal ging als Flick-Affäre in die Geschichtsbücher ein.

"Geld von anonymen Spendern"

Helmut Kohl hatte im Dezember 1999 behauptet, Geld von anonymen Spendern in Höhe von etwa zwei Millionen Mark in bar angenommen zu haben - an den Büchern seiner Partei vorbei.

ARCHIV - Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl verlässt in Berlin frühzeitig eine Pressekonferenz zur CDU-Spendenaffäre

Kohl verlässt frühzeitig eine Pressekonferenz zur Spendenaffäre (Archivbild von 1999)

Die Affäre stürzte die Partei in die schwerste Krise ihrer Geschichte. Ein Bundestags-Untersuchungsausschuss brachte bis 2002 ans Licht, dass die CDU unter Kohl jahrelang schwarze Konten führte.

Namen bis heute unbekannt

Bislang ist nicht geklärt, woher das Geld stammt, denn Namen der angeblichen Geldgeber verschweigt Kohl zum Ärger seiner Anhänger bis heute. Auch Schäuble, damals Kohls Nachfolger als CDU-Vorsitzender, hatte vergeblich versucht, vom Altkanzler die Hintergründe zu erfahren.

Merkel ging auf Distanz

Als die damalige CDU-Generalsekretärin Angela Merkel auf Distanz ging, legte Kohl im Dezember enttäuscht den CDU-Ehrenvorsitz nieder. Schäuble selbst gab im Jahr 2000 sein Amt als Parteivorsitzender auf, weil er 1994 eine Bar-Spende von 100.000 Mark (gut 51.000 Euro) für die CDU angenommen hatte, die nicht ordnungsgemäß verbucht worden war.


"Schäuble - Macht und Ohnmacht", Film von Stephan Lamby, am 24. August 2015 um 21.30 Uhr im Ersten.

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