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Auch Polizei in Rheinland-Pfalz warnt Rekord bei Wohnungseinbrüchen

Noch nie wurde in Deutschland so häufig in Wohnungen eingebrochen, wie im vergangenen Jahr. Laut einem Zeitungsbericht stieg die Zahl um zehn Prozent. Auch die Polizei in Rheinland-Pfalz klagt über den Trend.

Einbrecher Fenster

Laut "Welt": vergangenes Jahr zehn Prozent mehr Einbrüche (Symbolbild)

"Die Welt" zitiert in ihrer Mittwochsausgabe vorab aus der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik, die offiziell erst im Mai herauskommt. Demnach sei die Zahl der Wohnungseinbrüche um fast zehn Prozent gestiegen. Im Jahr 2015 haben damit deutschlandweit mehr als 167.000 Menschen Anzeige bei der Polizei erstattet, weil bei ihnen eingebrochen wurde. So viele Einbrüche gab es noch nie.

Auch die Polizeipräsidien in Rheinland-Pfalz beobachten den Trend. Jüngst hatte das Polizeipräsidium Westpfalz von regelrechten Einbruchsserien berichtet. In kleinen Orten wie Börrstadt und Sippersfeld (Donnersbergkreis) sei innerhalb einer Woche besonders häufig eingebrochen worden. Über Ostern berichtete auch das Polizeipräsidium Mannheim über solche Fälle in der Kurpfalz. Im Kreis Neuwied waren teilweise sogar dieselben Anwohner mehrfach Opfer von Wohnungseinbrüchen.

Oft würden Einbrecher sich gleich zu mehreren Häusern innerhalb derselben Straße Zugang verschaffen. Dass sie es dabei besonders auf Bargeld, Schmuck und Elektronik abgesehen haben - und, dass sie häufig entlang von Autobahnen zuschlagen führt bei den Beamten aus Kaiserslautern zu dem Verdacht, dass die Täter überregional arbeiten. Bevor die Westpfalz jüngst zum Ziel wurde, sei dasselbe Muster auch in Rheinhessen aufgefallen.

Antworten sollen länderübergreifend sein

Weil Einbrecher immer mobiler werden, hält das Polizeipräsidium Westpfalz mehr Vernetzung unter Ermittlern für wichtig. Das gilt nicht nur über Ländergrenzen innerhalb Deutschlands hinweg. Auch an den Außengrenzen von Rheinland-Pfalz soll die Zusammenarbeit verstärkt werden: zum Beispiel gemeinsam mit französischen Polizeikollegen. Verkehrskontrollen auf Autobahnen sollen dabei besonders ins Visier genommen werden.

Offizielle Zahlen für Rheinland-Pfalz kommen noch

Die regionale Kriminalitätsstatistik für Rheinland-Pfalz wird Innenminister Roger Lewentz (SPD) am kommenden Montag in Mainz vorstellen. Es ist davon auszugehen, dass auch im Land die Zahl der Wohnungseinbrüche deutlich angestiegen ist. Denn schon die waren alarmierend: ein Anstieg um fast 18 Prozent.

Bisherige Maßnahmen offenbar ungenügend

Das Innenministerium hatte darauf mit einer Plakataktion und Info-Veranstaltungen für Sicherheitstechnik reagiert. Zudem sagte Lewentz, dass die Arbeit zentraler Ermittlungsgruppen in den Polizeipräsidien wichtig sei. Kritiker bemängeln, dass es der rheinland-pfälzischen Polizei an Personal fehle, europäisch operierende Einbrecherbanden aufzuhalten.

Neue Landesregierung = mehr Polizisten?

Im Landtagswahlkampf hatte die Opposition die vielen Überstunden bei der Polizei angeprangert. Viele Parteien forderten in ihren Wahlprogrammen mehr Stellen bei der Polizei - auch die FDP, die jetzt mit rot-grün über die Bildung einer Ampelkoalition verhandelt. Ob die Partei ihre Forderung nach 1.000 zusätzlichen Stellen bei der rheinland-pfälzischen Polizei durchsetzen kann, wird sich in Kürze zeigen.

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