Bitte warten...

Wahlparty in Stuttgart AfD feiert mit Schweizer Rechtsradikalem

Bei der Wahlparty der AfD in Stuttgart am Sonntagabend hat auch ein prominenter Schweizer Rechtsradikaler mitgefeiert. Aber warum?

Parteianhänger der Alternative für Deutschland (AfD) reagieren am 13.03.2016 in Stuttgart (Baden-Württemberg) auf die ersten Hochrechnungen der Landtagswahl in Baden-Württemberg.

Eric Weber, Schweizer Rechtsradikaler (Mitte), feiert den AfD-Wahlsieg in Stuttgart

Der Mann im Schweiz-T-Shirt ist ganz vorne mit dabei. Auf einem Bild der Nachrichtenagentur dpa steht er zusammen mit zwei anderen Männern auf der Wahlparty der AfD in Stuttgart und reißt die Arme in die Höhe. Auch wir verwenden das Bild in der Berichterstattung.

Am Montag erreicht uns eine Mail. Der Mann auf dem Bild sei kein gewöhnlicher AfD-Anhänger, wie es in der Bildunterschrift heißt. Vielmehr handele es sich um Eric Weber, einen Schweizer Rechtspopulisten, "wie ihn die Welt selten gesehen hat".

Wir recherchieren nach und stellen fest: In der Tat ist Eric Weber eine umstrittene Figur in der Basler Lokalpolitik. 2012 landete er mit der von ihm gegründeten Liste "Volks-Aktion gegen zu viele Ausländer und Asylanten in unserer Heimat" im Kantonsparlament Basel-Stadt. Offenbar wurde der Schweizer mehrmals wegen Wahlfälschung und Wahlbetrug verurteilt. Schweizer Medien berichten, dass Weber mehrmals des Saals verwiesen wurde, weil er im Baseler Lokalparlament mit "Heil Hitler"-Rufen störte. Er machte sich zuletzt für den Schweizer Ableger von Pegida stark und soll die Nähe zu deutschen Rechtsextremisten pflegen.  

Doch bereits in den 1980er-Jahren fiel er mit Aktionen auf, die seine rechtsnationale Gesinnung zeigen. So beantragte er 1987 beim Regierungsrat, ihm den Keller des Basler Rathauses im April 1988 zu überlassen. Dort wollte er mit seiner "Volks-Aktion" den 99. Geburtstag Adolf Hitlers feiern.

In den 1990er Jahren arbeitete er in Deutschland als Journalist und schrieb Artikel vorwiegend für rechte Blätter wie "Nation und Europa" sowie "Zur Zeit", aber auch für die "Freie Presse" in Chemnitz und die "Sächsische Zeitung".

War Weber von der AfD eingeladen?

Doch wie kommt ein Schweizer Rechtsradikaler auf eine AfD-Wahlparty? "Spiegel Online" gegenüber betonte ein AfD-Sprecher des baden-württembergischen Landesverbandes, dass Weber definitiv nicht eingeladen worden sei. Dem widerspricht Weber im Schweizer Nachrichtenportal "20 Minuten". Demnach will er eine Einladung von der AfD Baden-Württemberg erhalten haben, weil er sich für die Partei ehrenamtlich im Wahlkampf engagiert habe.

Bereits nach der Landtagswahl in Thüringen 2014 wurde Weber auf einer Wahlparty der dortigen AfD gesehen. Auch damals soll er zur Begründung angegeben haben, sich für die AfD in Thüringen freiwillig engagiert zu haben - und zwar im Europawahlkampf im Frühjahr des selben Jahres.

Die Wahl in Baden-Württemberg