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Schwarze und grüne Spielfiguren stehen auf einem Wahlzettel für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, aufgenommen am 19.02.2016 in Stuttgart (Baden-Württemberg).

Erste Sondierungsgespräche in BW Grün-Schwarz - ein heißer Flirt sieht anders aus

Marathon-Sondierung für die Grünen: Nach einem Treffen mit dem alten Partner SPD gab's ein erstes Beschnuppern mit der CDU. Danach ist klar: Eine Liebesheirat wird das nicht.

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2:56 min | Mi, 16.3.2016 | 19:30 Uhr | Landesschau aktuell Baden-Württemberg | SWR Fernsehen BW

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CDU-Landeschef Strobl im SWR-Interview

"Wir haben Gemeinsamkeiten festgestellt"

Am Mittwoch haben sich die potenziellen Koalitionspartner Grüne und CDU zu einer ersten Sondierung getroffen. In angenehmer Atmosphäre, wie CDU-Landeschef Thomas Strobl berichtet.

Immerhin: Als der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl und der gescheiterte Spitzenkandidat Guido Wolf nach dem ersten Treffen vor die Presse traten, betonten sie die "offene und ehrliche Atmosphäre" des Gesprächs. Man habe alle wichtigen Themen der Landespolitik angesprochen. Alle seien sich jedoch darüber einig gewesen, dass die Bedingungen für ein gemeinsames Bündnis schwierig seien. "Die Wählerinnen und Wähler haben uns eine knifflige Lage hinterlassen, weil die Wunsch-Koalitionen nicht möglich sind", so Strobl.

CDU-Fraktionschef Wolf sagte, es gebe Verbindendes, aber auch Trennendes. Nach seinen Worten will die CDU zunächst in ihren Gremien über das weitere Vorgehen beraten. Strobl erklärte, für viele in der CDU sei ein grün-schwarzes Bündnis nur sehr schwer oder gar nicht vorstellbar. Es gelte aber auch der Satz des früheren CDU-Ministerpräsidenten Erwin Teufel, wonach erst das Land, dann die Partei und erst ganz zum Schluss die Person komme.

Keine einfache Ausgangssituation

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2:32 min | Mi, 16.3.2016 | 21:45 Uhr | Landesschau aktuell Baden-Württemberg | SWR Fernsehen BW

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Grüne sondieren mit CDU und SPD

Wolf sieht "hohe Hürden" für eine Koalition

Kommt die sogenannte Kiwi-Koalition? In einer ersten Sondierung haben sich Grüne und CDU beschnuppert. Eine grün-rot-gelbe "Ampel" scheint an der FDP zu scheitern.

Eine Koalition aus Grünen und CDU als Juniorpartnerin wäre einmalig in Deutschland. Doch es scheint momentan die einzig denkbare Koalition zu sein: Ein Bündnis mit der AfD - der drittstärksten Kraft im Landesparlament - hatten alle Fraktionen bereits vor der Wahl ausgeschlossen. Einer grün-rot-gelben "Ampel" hat die FDP mehrmals eine Abfuhr erteilt. Der SPD-Landesvorstand wiederum machte bereits am Montagabend klar, dass eine schwarz-rot-gelbe Verbindung ("Deutschland-Koalition") den Wählerwillen verzerren würde. Der Auftrag zur Regierungsbildung liege einzig bei den Grünen und bei Ministerpräsident Kretschmann, erklärte SPD-Landeschef Nils Schmid. Diese Entscheidung habe der SPD-Vorstand einstimmig getroffen.

Grün-Rot speist zusammen - und wirbt um die FDP

Vor dem ersten Beschnuppern für eine mögliche grün-schwarze "Kiwi-Koalition" trafen sich die bisherigen Koalitionäre in Stuttgart zu einem gemeinsamen Mittagessen. Bei einer "freundlichen Runde", so Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), wurde das schlechte Abscheiden der Sozialdemokraten diskutiert und Möglichkeiten der Regierungsbildung ausgelotet. Danach warben Kretschmann und Schmid doch noch einmal bei der FDP für eine Ampelkoalition. Es bestünden keine Differenzen für eine Koalition von Grünen, SPD und FDP, betonten beide. "Wir sind ja wohl nicht weniger liberal als die rheinland-pfälzischen Grünen", sagte Kretschmann mit Blick auf die sich abzeichnende Ampelkoalition in Rheinland-Pfalz. Am Freitag treffen sich Grüne und FDP zu allgemeinen Gesprächen über die Lage im Land. Am selben Tag wollen die Liberalen auch mit CDU und SPD sprechen.

Die Grünen in Baden-Württemberg haben einen historischen Wahlsieg eingefahren. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis vom Sonntagabend kommen die Grünen auf 30,3 Prozent und werden erstmals stärkste Kraft in Baden-Württemberg.

Die Wahl in Baden-Württemberg