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DGB-Ausbildungsreport 2016 Azubis leiden unter Leistungs- und Zeitdruck

Die Ausbildungsqualität in Deutschland muss besser werden, findet der Deutsche Gewerkschaftsbund. Denn laut dem neuen Ausbildungsreport des DGB liegt vieles im Argen.

Azubi an einer Standbohrmaschine

Zwischen den Branchen gibt es in der Ausbildungsqualität große Unterschiede

Fast 60 Prozent der Azubis kommen laut DGB-Report krank zur Arbeit. Hoher Leistungs- und Zeitdruck, lange Fahrtzeiten, Schichtdienste oder auch ständige Erreichbarkeit machen vielen zu schaffen.

Auch Überstunden sind ein großes Thema, und einem Drittel der jungen Menschen liegt zudem kein betrieblicher Ausbildungsplan vor. Heißt, sie haben keine Möglichkeit, die Inhalte ihrer Berufsausbildung zu überprüfen. Das sind nur einige der Ergebnisse, die die Befragung von knapp 14.000 Azubis in den 25 häufigsten Ausbildungsberufen ergeben hat.

Große Unterschieden zwischen den Branchen

Zwar sind insgesamt sieben von zehn - und damit die meisten - mit ihrer Ausbildung zufrieden. Zwischen den Branchen gibt es aber laut Report erheblich Unterschiede. Wenig zu kritisieren gibt es offenbar bei künftigen Mechatronikern, Industriekaufleuten oder Zerspanungsmechanikern.

Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, zahnmedizinische Fachangestellte, Maler und Azubis im Hotel- und Gaststättenbereich bewerten ihre Betriebe mangelhaft. Entsprechend häufig bleiben hier auch Stellen unbesetzt.

DGB eine Reform des Berufsbildungsgesetzes

Der DGB sieht zum einen die Wirtschaft in der Pflicht, bessere Bedingungen für ihre Nachwuchskräfte zu schaffen. Von der Politik fordert der DGB eine Reform des Berufsbildungsgesetzes. So bräuchte es einen rechtlichen Anspruch auf einen betrieblichen Ausbildungsplan und außerdem eindeutige Vorschriften, um Überstunden für Azubis zu vermeiden.

Beitrag von Rebecca Lüer, SWR-Berlin-Korrespondentin | Onlinefassung: Cornelia Stenull

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