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Deutscher E-Bike-Markt boomt Ersetzt das E-Bike bald das Auto?

Das Auto stehen lassen und stattdessen mit dem E-Bike zum Einkaufen oder zur Arbeit fahren. Wird das Dank des boomenden E-Bike-Marktes in Deutschland bald Realität?

Wer ein E-Bike hat, fährt weiterhin Auto - im Sommer aber weniger. Grob gesagt ist das bei der einzig größeren Analyse herausgekommen, die das IFEU-Institut Heidelberg vor einem Jahr für das Umweltbundesamt gemacht hat.

E-Bike-Fahren ist echter Ersatzverkehr

Untersucht wurden 400 E-Bike-Fahrer in vier Ballungsräumen. Das Ergebnis: Die E-Biker sind zweieinhalbtausend Kilometer pro Kopf und Jahr mit dem Rad gefahren, knapp die Hälfte wurde vorher mit dem Auto zurückgelegt. E-Bike-Fahren ist also echter Ersatzverkehr.

Vor allem Pendler werden offenbar schnell begeisterte Elektroradler. Je stärker der Stromschub, desto eher steigen sie auf das Rad. Pendler, die ein Rad mit Nummernschild haben - mit dem sie also 45 Stundenkilometer fahren dürfen - wären sonst drei Viertel der Strecken mit dem Auto gefahren.

Zahl der Autos geht trotzdem nicht zurück

2,5 Millionen E-Bikes gibt es mittlerweile in Deutschland. Einen wirklichen Effekt auf den tatsächlichen Verkehr hat das aber noch nicht. Es wird nach wie vor 30 Mal so viel Auto gefahren wie Fahrrad. Weder die Zahl der Autos, noch die der damit gefahrenen Kilometer geht nachhaltig zurück.

Potential ist aber offenbar da, denn das Umweltbundesamt geht davon aus, dass ein Drittel der PKW-Fahrten in Ballungsgebieten grundsätzlich ersetzt werden könnten. Das funktioniert heute schon im Ausland, zum Beispiel in Kopenhagen oder in Amsterdam, aber auch in einigen deutschen Städten wie Münster.

E-Bike - wie grün ist es?

Voraussetzung dafür ist eine fahrradfreundliche Verkehrsplanung, sagt das Umweltbundesamt. Es müsste mehr und bessere Fahrradwege und Fahrradschnellstrecken geben. Auch die Arbeitgeber müssten mehr Werbung für den Umstieg machen.

Für die Umwelt lohnt sich das: Über die gesamte Produktionskette gerechnet spart das E-Bike 150 Gramm Kohlenstoffdioxid (CO2) pro Kilometer gegenüber dem Auto.

Beitrag von Werner Eckert, SWR-Umweltredaktion | Onlinefassung: Cornelia Stenull

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