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Wahlkampf in Baden-Württemberg Gemeinsam gegen die AfD

Bildung, Flüchtlinge, Verkehr - alles Themen, über die im Wahlkampf heftig gestritten wird. Bei einem anderen Thema sind sich die Spitzenkandidaten Kretschmann und Wolf dagegen ungewöhnlich einig.

Winfried Kretschmann und Guido Wolf

Kretschmann (l) und Wolf: ein Paar für die Zukunft?

Die Anwärter auf den Posten des Ministerpräsidenten stellten sich bei einer Diskussionsrunde zur Landtagswahl deutlich gegen die Alternative für Deutschland (AfD). Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verurteilte die AfD als "rechtsextremistisch". Parteien mit solchem Gedankengut würden Unglück über Europa bringen.

CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf rief die etablierten Parteien zum geeinten Kampf gegen die neue Kraft auf. "Es darf uns nichts auseinanderbringen", sagte er am Dienstag bei der Veranstaltung der "Stuttgarter Zeitung". Die im Landtag vertretenen Parteien CDU, Grüne, SPD und FDP müssten gegen die rechtspopulistische Alternative für Deutschland auftreten, betonte Wolf.

An der Diskussionsrunde nahmen die im Landtag vertretenen Parteien CDU, Grüne, SPD und FDP, sowie die Linke und die AfD teil.

Jörg Meuthen

AfD-Spitzenkandidat Jörg Meuthen bezeichnet seine Partei als konservativ

Der AfD-Spitzenkandidat Jörg Meuthen wies die Vorwürfe mit Nachdruck zurück. "Die AfD ist eine konservative Partei", betonte er. Es gehe ihr darum, das Land in der Flüchtlingskrise zu "bewahren". Zugleich verteidigte Meuthen Forderungen von AfD-Mitgliedern, Wahlbeobachter bei der Landtagswahl einzusetzen. "Das halten wir für sinnvoll", sagte er. Nach seiner Darstellung gibt es in AfD-Kreisen Befürchtungen, dass das Wahlergebnis manipuliert werden könnte.

Streitthema Gemeinschaftsschulen

Gestritten wurde dagegen über die Bildungspolitik: Kretschmann verteidigte die von der grün-roten Regierung eingeführten Gemeinschaftsschulen als "Pionierprojekt". Dagegen sagte Wolf: "Wir wollen keine Gleichmacherei in der Bildung." Es solle nicht für alle die gleiche, sondern für jeden die richtige Schule geben.

FDP-Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke forderte ebenfalls ein "differenziertes» Schulsystem, die Gemeinschaftsschule dürfe nicht bevorzugt werden. Linken-Chef Riexinger mahnte eine bessere Bezahlung der Lehrer an. Meuthen nannte die Gemeinschaftsschulen einen "schweren ideologischen Fehler", weil es keine individuelle Förderung gebe. Das System sei zum Scheitern verurteilt.

Nach den jüngsten Umfragen kann die grün-rote Regierung auf eine Fortsetzung ihrer Koalition hoffen. Die CDU hatte zuletzt ihre Position als traditionell stärkste Kraft im Land an die Grünen verloren. Eine schwarz-gelbe Koalition ist demnach weit von einer Mehrheit entfernt. Die AfD lag in Umfragen bei über zehn Prozent. Die Linke kann noch hoffen, den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde in den Landtag zu schaffen. Die sechs Kandidaten treten am 10. März auch bei einer Podiumsdiskussion des Südwestrundfunks (SWR) auf.

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