Bitte warten...

Vorwürfe gegen Heckler & Koch aus Oberndorf Staatsanwaltschaft klagt frühere Mitarbeiter an

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat gegen Verantwortliche von Heckler & Koch aus Oberndorf Anklage erhoben - wegen illegaler Waffenlieferungen nach Mexiko.

Um das Video abspielen zu können, benötigen Sie Javascript. Bitte aktivieren Sie dies in Ihrem Browser.

1:32 min | Do, 5.11.2015 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen BW

Mehr Info

Anklage gegen Mitarbeiter von Heckler & Koch

Vorwurf der illegalen Waffenlieferungen

Recherchen des SWR haben dazu geführt, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen zwei ehemalige Geschäftsführer und vier weitere Mitarbeiter der Oberndorfer Waffenschmiede Heckler & Koch erhoben hat. Konkret wird den Angeklagten vorgeworfen, gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstossen zu haben.

Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte, werde den Angeschuldigten vorgeworfen, in den Jahren 2006 bis 2009 in unterschiedlichen Funktionen an 16 Lieferungen von Gewehren und Zubehörteilen nach Mexiko beteiligt gewesen zu sein. Die Gewehre und Zubehörteile sollen mit Kenntnis der Angeschuldigten in mexikanischen Bundesstaaten abgegeben worden sein, "die nicht von den deutschen Exportgenehmigungen umfasst waren", so die Staatsanwaltschaft in einer Mitteilung.

Der Rüstungsgegner Jürgen Grässlin hatte im April 2010 Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der Firma Heckler & Koch gestellt. Auslöser für die nun getroffene Entscheidung, Anklage zu erheben, sind unter anderem Recherchen von SWR und BR, die in den ARD-Themenabend "Tödliche Exporte" mündeten.

Mehrere Mitarbeiter angeklagt

Konkret geht es um den Vorwurf des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontroll- und Außenwirtschaftsgesetz. Die Anklage richte sich gegen zwei ehemalige Geschäftsführer von Heckler & Koch, zwei ehemalige Vertriebsleiter, eine Vertriebsmitarbeiterin und einen vormals für die Firma in Mexiko tätigen Verkaufsrepräsentanten. Gegen 13 Mitbeschuldigte sei das Ermittlungsverfahren eingestellt worden. Die Staatsanwaltschaft teilte weiter mit, dass es nun Sache des Landgerichts Stuttgart sei, das Hauptverfahren zu eröffnen.

Waffenhersteller erwartet abschließende Klärung

Der Waffenhersteller Heckler & Koch hatte schon im Frühjahr alle Schuld an den Vorgängen von sich gewiesen. Nun teilte er mit, man erwarte bei der Beurteilung des Sachverhalts, dass die Sach- und Rechtslage abschließend geklärt werde. Heckler & Koch hatte 2012 eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Untersuchung betraut und die Ergebnisse den Ermittlern zur Verfügung gestellt.

Aktuell in Baden-Württemberg