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Vorwürfe an die Polizei nach Kölner Übergriffen Mannheimer Polizist kritisiert Politiker

Die Kritik an der Polizei nach den sexuellen Übergriffen in Köln oder Hamburg in der Silvesternacht reißt nicht ab. Nun hat der Mannheimer Vorsitzende der Polizeigewerkschaft auf Facebook seinen Unmut darüber geäußert.

Thomas Mohr

Thomas Mohr aus Mannheim schreibt sich viel Frust von der Seele

In einem Facebook-Post verteidigt Mohr am Dienstag seine Kollegen und kritisiert direkt die Politik: "Das ist unfassbar, dass gerade die Verursacher von stetigem Personalabbau bei der Polizei nun die ersten sind, die mehr Polizei fordern." Polizisten seien nur verfügbar, wenn sie auch vorhanden seien, so Mohr. Klar sei: Gerade an Silvester werde die Besetzung der Dienststellen immer erhöht. Er erwähnt dabei auch, dass die Vorgängerregierung in Baden-Württemberg 1.000 Stellen bei der Polizei abgebaut habe.

Vorverurteilung "nicht professionell"

Unzufrieden ist Mohr auch über öffentliche Äußerungen zu den Tätern, die für die Übergriffe verantwortlich seien. Es sei "nicht gerade professionell", sich festzulegen, dass keine Flüchtlinge unter den Tätern seien, bevor die Ermittlungen abgeschlossen wären. Er hält aber auch nichts davon, eine bestimmte Personengruppe vorzuverurteilen. Bisher sei immer von nordafrikanischen Männern und Arabern die Rede gewesen.

Seine Facebook-Äußerung schließt er mit einen Appell an die Politiker, die Polizei nicht voreilig als "Sündenbock" darzustellen. Mohrs Post fand bei Facebook bis zum Donnerstagmorgen bereits viel Beachtung. Neben mehr als 240.000 Likes wurde der Beitrag auch 155.000 Mal geteilt.

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