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US-Regierung verklagt VW wegen Abgasskandal Auch Porsche ist betroffen

Die US-Regierung verklagt den Volkswagen-Konzern wegen der Manipulation von Dieselfahrzeugen. Die Klage richtet sich auch gegen die Stuttgarter Unternehmenstochter Porsche.

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein VW Logo wird vor die Kühlerhaube eines Porsche gehalten.

Die Klage der US-Regierung trifft auch VW-Tochter Porsche (Symbolbild)

Die USA haben Volkswagen im Abgasskandal verklagt. Wie das Justizministerium am Montag in Washington mitteilte, werden der Einsatz von Betrugssoftware und Verstöße gegen das Klimaschutzgesetz vorgeworfen.

Die in Detroit (US-Staat Michigan) eingereichte Klage richte sich neben VW auch gegen die Konzerntöchter Porsche mit Sitz in Stuttgart und Audi in Ingolstadt. Die Hersteller hätten in fast 600.000 Dieselfahrzeugen eine illegale Software eingesetzt, um bei Emissionstests zu betrügen.

Bereits im September hatte VW eingeräumt, eine Manipulations-Software verwendet zu haben. Dadurch stürzte das Unternehmen in seine bisher tiefste Krise. VW drohen Strafen in Milliardenhöhe. Die USA würden alle geeigneten Rechtsmittel gegen VW ausschöpfen, kündigte das Justizministerium an.

VW will Klageschrift prüfen

Ein VW-Sprecher sagte am Montagabend in Wolfsburg: "Wir kennen die Klageschrift noch nicht im Detail und werden sie nun zunächst prüfen." Man sei aber in einem ständigen Austausch mit den Behörden.

In den USA hatte der Abgasskandal im September 2015 mit der Veröffentlichung der Manipulationsvorwürfe durch die US-Umweltbehörde EPA seinen Anfang genommen. Volkswagen bereitet dort einen Rückruf von Fahrzeugen mit manipulierter Motor-Software vor. Bislang haben sich die Wolfsburger mit den US-Umweltbehörden auch noch nicht auf einen Plan dazu einigen können. In Deutschland soll die Rückrufaktion für betroffene Fahrzeuge in diesem Jahr starten.

Im November hatte ein Firmensprecher von Porsche erklärt, dass von den entsprechenden US-Ermittlungen etwa 13.000 Cayenne-Modelle betroffen seien. Porsche bezieht seine Dieselmotoren von der weiteren VW-Tochter Audi. Dort hatte man den Einsatz von unerlaubter Software eingestanden. Audi zufolge geht es bei Porsche um die Cayenne-Dieselmodelle ab 2013.

Weitere Klagen könnten folgen

Auch in Deutschland kündigen sich teure Zivilklagen von Autofahrern und VW-Aktionären an. Allerdings, anders als in den USA, gibt es hier nicht die Möglichkeit einer Sammelklage. Das heißt: Jeder Autofahrer, der sich geschädigt fühlt, muss seinen Schaden dokumentieren und geltend machen.

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