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Ulmer Drogeriekettenchef Müller Mindestlohn "ist Hungerlohn"

Der Mindestlohn muss steigen. Das fordert der Ulmer Drogeriekettenchef Erwin Müller in einem Interview mit der Zeitung "Südwest Presse". Das gelte auch für Flüchtlinge.

Collage aus Firmeninhaber der Drogeriemarktkette Erwin Müller, Firmenlogo Müller und Mindestlohn

Der Ulmer Drogeriekettenchef Erwin Müller fordert einen höheren Mindestlohn

Der gültige Mindestlohn in Deutschland von 8,50 Euro sei ein "Hungerlohn", sagte Müller. Ginge es nach ihm, dann müsste der gesetzliche Mindestlohn bei 12,50 Euro liegen - das zahle er auch seinen Mitarbeitern. Dies gelte auch für Flüchtlinge, mehr als 30 arbeiteten bereits im Unternehmen und bis auf wenige Ausnahmen funktioniere das sehr gut, sagte der Unternehmer.

"Bürokratische Hürden abbauen"

Müller hält nichts von der in Wirtschafts- und Politikkreisen kursierenden Forderung, den Mindestlohn für Flüchtlinge zu senken, um die Integration zu erleichtern. Viel wichtiger sei es, bürokratische Hürden abzubauen, so der Ulmer Drogeriekettenchef. Flüchtlinge müssten wesentlich schneller ihre Pässe erhalten und die Erlaubnis bekommen, zu arbeiten. Im Job lernten sie die Sprache schneller als in Sprachschulen. Sein Unternehmen könnte noch mehr Arbeitskräfte brauchen, sagte Müller.

Drogerie-Unternehmer Erwin Müller engagiert sich auch anderweitig für Flüchtlinge: In den mehr als 700 "Müller"-Filialen waren in den vergangenen Monaten 3.000 Spendendosen aufgestellt, Kunden spendeten fast 260.000 Euro. Müller verdoppelte die Summe, das Geld kommt der UN-Flüchtlingshilfe und der "Aktion Deutschland hilft" zugute. In dem Zeitungsinterview begründete der 83-Jährige seine Motivation damit, dass er im Krieg aufgewachsen sei und wisse, was Hunger bedeute.

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