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Jungbäcker-Europameisterschaft in Weinheim Aalenerin backt sich zu Gold

Eine junge Frau aus Aalen ist frisch gebackene Europameisterin: Die 23-jährige Tanja Angstenberger hat bei der Europameisterschaft der Jungbäcker in Weinheim den ersten Platz gemacht.

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Junge Frau aus Aalen

Frisch gebackene Europameisterin

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Strahlende Siegerin: Tanja Angstenberger hat ihr Handwerk im elterlichen Betrieb in Aalen-Wasseralfingen (Ostalbkreis) gelernt. Dort will sie nach eigenen Angaben auch weiterhin arbeiten.

Strahlende Siegerin: Tanja Angstenberger hat ihr Handwerk im elterlichen Betrieb in Aalen-Wasseralfingen (Ostalbkreis) gelernt. Dort will sie nach eigenen Angaben auch weiterhin arbeiten.

Es musste schnell gehen: Die Nachwuchsbäckerinnen und Bäcker hatten genau 5 Stunden und 45 Minuten Zeit, um alle Aufgaben zu meistern.

Eine Kategorie lautete: Sandwiches zubereiten. Letzteres sei ein Trend und deswegen erstmals Teil des Wettbewerbs, sagte Jury-Mitglied und Bäckermeister Siegfried Brenneis. Der Nachwuchs müsse auf neue Kundenwünsche reagieren.

Am Montag schuftete der Nachwuchs aus der Schweiz, Frankreich und Dänemark. Am Dienstag waren Deutschland, Schweden und die Niederlande dran.

Die Aufgaben bei der Europameisterschaft sind eine Kombination aus Kunst, Arbeit und Konzentration. Auch eher Solides wie Brot backen gehört dazu.

Eine Aufgabe war auch, ein "Schaustück" zu fertigen: Bei Tanja Angstenberger war das ein roter VW-Käfer in einem zahnradförmigen Gebilde, umkränzt von den Farben Deutschlands. Alles musste übrigens essbar sein.

Das Schaustück des anderen deutschen Teilnehmers: Stavros Evangelou aus Nordrhein-Westfalen startet zwar für Deutschland, setzt aber seine griechische Heimat in Szene und hat eine griechische Büste auf einer Säule in einer Leier platziert.

Sieht nicht so aus wie eine Maultasche, ist aber eine. Und zwar die von Gewinnerin Tanja Angstenberger.

Aber nicht immer ging alles glatt: Das Taschenmesser der Kandidatin aus der Schweiz zerbrach. Bei der schwedischen Teilnehmerin fiel eine mit Zucker befestigte Windmühle heraus und landete auf dem Boden. Einer als Mit-Favoritin geltenden Niederländerin zerschellte wenige Minuten zuvor ihre Weltkugel in tausend Stücke. Schüssel gekippt, aus der Traum, null Punkte dafür.

Tanja Angstenberger dagegen überzeugte die internationale Jury in allen Wettbewerbskategorien: Brot, Brötchen, Hefesüßteiggebäck, Plundergebäck, Torte oder Schaustück und Sandwich.

Sie überzeugte die internationale Jury in allen Wettbewerbskategorien: Brot, Brötchen, Hefesüßteiggebäck, Plundergebäck, Torte oder Schaustück und Sandwich. Die jungen Bäcker hatten genau fünf Stunden und 45 Minuten Zeit, um alles zuzubereiten.

Alles muss essbar sein

Bei dem Schaustück wird ein Teig kunstvoll zu einer Art Ausstellungsstück geformt und verziert. Bei Tanja Angstenberger war das ein roter VW-Käfer in einem zahnradförmigen Gebilde, umkränzt von den Farben Deutschlands. Alles musste essbar sein und ein Motto widerspiegeln: "Heimat" lautete es in diesem Jahr.

Die frisch gekürte Europameisterin hat ihr Handwerk im elterlichen Betrieb gelernt. Dort will sie nach eigenen Angaben auch weiterhin arbeiten. Sie könnte sich sogar vorstellen, den Betrieb eines Tages zu übernehmen. Geld gibt es übrigens nicht für den Titel, dafür aber Ruhm und Ehre in der internationalen Bäckerszene.

Bei dem jährlichen Wettkampf entsendet jedes teilnehmende Land zwei Kandidaten, die sich zuvor über Bundeswettbewerbe qualifizieren. Neben der Schweiz und Deutschland kamen die Kandidatinnen und Kandidaten aus Frankreich, Dänemark, Schweden und den Niederlanden.

Die Jury betrachtet und probiert alles bei der Europameisterschaft der Jungbäcker. Kriterien sind Geschmack und der ästhetische Gesamteindruck. Die Jury bewertet aber auch den Schwierigkeitsgrad und schaut sich genau an, wie exakt und sauber gearbeitet wurde. Die Bäckerjugend-Europameisterschaft wird seit 1971 jährlich in wechselnden Ländern ausgetragen. Der letzte deutsche Sieg bei einer Bäckerjugend-EM war im Jahr 2011.

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