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Urteil am Landgericht Hechingen Bewährungsstrafe für Mutter

Ein einjähriges Mädchen wäre fast verhungert. Das Landgericht Hechingen hat die Mutter dafür zu zehn Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt.

Gerichtsgebäude

Landgericht Hechingen fällt Urteil

Zudem muss die 37-Jährige 80 Arbeitsstunden in einer gemeinnützigen Einrichtung leisten. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Mutter aus Balingen ihre damals einjährige Tochter nicht ausreichend ernährt hatte, so dass der Zustand des Mädchens im Februar 2013 lebensbedrohlich war. Die Mutter hätte die entstanden Schmerzen des Kindes gleichgültig hingenommen, so das Gericht am Mittwoch. Die Frau schwieg den ganzen Prozess über.

Ärzte im Zeugenstand

In den vergangenen Monaten wurden viele Gutachter und Ärzte als Zeugen gehört. Auf Antrag der Verteidigung sagte zuletzt noch der Chefarzt der Kinderklinik Murnau aus. Dort wurde die Mutter und die unterernährte Tochter im März 2013 aufgenommen.

Nicht kindgerecht ernährt

Das Mädchen war zu dem Zeitpunkt außer Lebensgefahr, wurde aber noch mit einer Sonde ernährt. Laut dem Chefarzt sollte das Kind in der Reha-Klinik zunehmen, doch ihm sei aufgefallen, dass die Mutter mündliche Absprachen mit dem Pflegepersonal nicht eingehalten habe. Daher sei an die Patientin eine schriftliche Vereinbarung mit klaren Anweisungen gegangen. Dennoch habe sie sich mit der Ernährung der Tochter schwer getan, so der Mediziner.

Kind ist heute gesund

Die 37-jährige dreifache Mutter und der Vater wurden bereits im Dezember 2014 vom Amtsgericht zu einer jeweils acht monatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Der Vater nahm das Urteil an, die Mutter ging in Berufung. Die Eltern leben heute getrennt. Sie haben laut Gericht das damals 15 Monate alte Kleinkind unzureichend ernährt. Dies habe im Februar 2013 zu einem lebensbedrohlichen Zustand geführt. Heute geht es dem Kind gut. Es lebt in einer Pflegefamilie.

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