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Unfall an Biogasanlage Engstingen Anlage offenbar ohne gültige Genehmigung

1,5 Millionen Liter Biosubstrat sind am Mittwoch aus einer Biogasanlage in Engstingen ausgelaufen. Offenbar hatten die Betreiber keine gültige Genehmigung für die Anlage. Wer für den Schaden aufkommt, ist weiter unklar.

Der leckgeschlagene Gärbehälter der Biogasanlage in Engstingen-Haid (Kreis Reutlingen) wurde ohne gültige Genehmigung betrieben, so der Reutlinger Landrat Thomas Reumann am Donnerstag. Im vergangenen November seien bei einer Überprüfung des Behälters Mängel festgestellt worden.

Das Landratsamt Reutlingen forderte daraufhin die Beseitigung der Mängel und die Kontrolle durch einen Sachverständigen. Bislang, so Reumann, habe das Amt keine Kenntnis davon, dass die Mängel behoben sind. Deshalb hätte der Behälter nicht befüllt werden dürfen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

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2:01 min | Do, 12.1.2017 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Unfall bei Engstinger Biogasanlage

Stinkende Brühe überall

Roland Altenburger

Das ausgelaufene Gärsubstrat hat das Engstinger Gewerbegebiet auf den Kopf gestellt. Noch ist unklar, wer den Schaden bezahlt. Bei der Biogasanlage wurden zuvor Mängel festgestellt.

Trinkwasser wird untersucht

Für die Trinkwasserversorgung der umliegenden Gemeinden bestehe nach den aktuellen Messungen keine Gefahr - das könne sich aber noch ändern. Für eine Notversorgung sei bereits gesorgt. Geringe Mengen der Gärflüssigkeit seien über das Flüsschen Seckach in den Kreis Sigmaringen geraten. Auch dort wird das Wasser untersucht.

Sachverständige begutachteten am Donnerstag vor Ort die Schäden in den Häusern. Einige Keller kann man immer noch nicht betreten, weil die Ammoniak-Werte zu hoch sind. Das giftige Gas sei explosiv und deshalb gefährlich, sagte ein Gutachter dem SWR.

Erste Schadensmeldungen

Rund 100 Feuerwehrleute waren am Mittwoch bis kurz vor Mitternacht im Einsatz. Sie haben die voll gelaufenen Gebäude ausgepumpt. Die stinkende Flüssigkeit hatte sich großflächig verteilt. In der Folge lief ein Klärbecken in Trochtelfingen über.

In einer Gaststätte stand die stinkende Brühe fast zwei Meter hoch. Für sie sei der Unfall nach eigenen Angaben eine Katastrophe, sagte die Besitzerin dem SWR. Fünf Motorräder seien in der Garage von der Gülle überflutet worden. Sie schätzt den Schaden auf rund hunderttausend Euro.

Koordinationsstelle schaffen

Der Bürgermeister von Engstingen, Mario Storz, bezeichnete den Unfall als einen der schlimmsten Störfälle, die in einem Gewerbepark auftreten könnten. Um den Geschädigten möglichst schnell zu helfen, werde er eine Koordinationsstelle einrichten. Wer für den Schaden aufkommt, ist noch völlig unklar.

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