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Bezirksbürgermeister von Oferdingen tritt zurück Drohungen nach Ärger über Flüchtlingsheim

Der Bezirksbürgermeister des Reutlinger Stadtteils Oferdingen, Ralph Schönenborn, hat seinen Rücktritt erklärt. Als Grund nennt er Anfeindungen gegen sich und seine Frau.

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1:09 min | Di, 13.10.2015 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Anfeindungen gegen Reutlinger Bürgermeister

Rücktritt als Konsequenz

Der Reutlinger Bezirksbürgermeister Ralph Schönenborn ist zurückgetreten. Er zieht damit die Konsequenzen aus persönlichen Anfeindungen und anonymen Drohungen gegen sich und seine Frau.

Schönenborn berichtet in seinem Rücktrittsschreiben, dass er sich Drohungen aus der Bevölkerung ausgesetzt sah. Unbekannte hätten ihm Briefe geschrieben und auf den Anrufbeantworter seiner Familie gesprochen. Es seien Drohungen gegen Leib und Leben des Ortsvorstehers und seiner Familie gewesen. Außerdem wurde in einem anonymen Brief angekündigt, die Flüchtlingsunterkunft, so sie gebaut wird, anzuzünden.

Räte lehnten Standort ab

Die Stadt Reutlingen will auf einem zentralen Grundstück in Oferdingen eine Sammelunterkunft für mehr als 70 Flüchtlinge einrichten. Schönenborn hatte sich dafür eingesetzt. Der Bezirksgemeinderat lehnte diese Pläne jedoch ab. Da es nach Auffassung der Stadt Reutlingen aber keine anderen geeigneten Standorte gibt, sind sie jetzt wieder im Gespräch.

Das Rathaus von Reutlingen-Oferdingen

Das Rathaus von Oferdingen

Oferdinger nicht fremdenfeindlich

Die Reutlinger Oberbürgermeisterin Barbara Bosch sagte, sie glaube nicht, dass die Mehrheit der Oferdinger fremdenfeindlich sei. Einige hätten aber Anstand und gute Sitten hinter sich gelassen. Bosch zeigte sich solidarisch mit dem zurückgetretenen Bezirksbürgermeister. Auch die anderen Reutlinger Bezirksbürgermeister versicherten ihrem Oferdinger Kollegen in einer Erklärung ihren Respekt. Sie reagierten auf den Rücktritt mit Bestürzung.

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