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Nachruf auf Artur Fischer "Dübelkönig" gestorben

Artur Fischer ist am Freitag im Kreis der Familie beigesetzt worden. Der Unternehmer starb mit 96 Jahren in seinem Heimatort Waldachtal-Tumlingen im Nordschwarzwald.

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1:12 min | Fr, 29.1.2016 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen BW

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"Erfinderkönig" ist tot

Artur Fischer mit 96 Jahren gestorben

Seine Dübel kennt jeder. Insgesamt hat Artur Fischer aber mehr als 1.000 Ideen patentieren lassen - Europa-Rekord. Am Mittwoch starb der Tüftler in seinem Heimatort im Schwarzwald.

Baden-Württembergs Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) hat Artur Fischer als einen der bedeutendsten Erfinder des Landes geehrt. Schmid sagte, Fischer habe wie kaum ein anderer Werte wie Tatendrang, Innovationskraft und die Verbindung von Tradition und Modernität verkörpert.

Fischer hat die gleichnamigen Werke in seinem Heimatort gegründet und jahrzehntelang geleitet. Seine berühmteste Erfindung war der Dübel aus Nylon. So lange er konnte, saß er in seinem Büro in der Forschungsabteilung. Noch bis vor einem Jahr stand Artur Fischer täglich in seiner Werkstatt. Danach ließ es die Gesundheit nicht mehr zu.

So viel erfunden wie Edison

Insgesamt 1.100 Patente gehen auf ihn zurück. Der gelernte Bauschlosser ist damit gleichauf mit dem Erfinder Thomas Alva Edison.

Aufgewachsen ist Artur Fischer in einfachen Verhältnissen. Der Vater war Schneider. Den Eltern habe er alles zu verdanken. Geld gab es nie im Haus - dafür aber Werte: Fleiß, Demut und Gottvertrauen, so hat er es beschrieben. Mit dem Märklin-Baukasten, den sich die Eltern vom Mund abgespart haben, begann seine Karriere.

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1:19 min

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Tumlinger erinnern sich an Erfinder Fischer

"Für Dich bin ich der Artur!"

Schuster, Andrea

Die meisten Menschen in Tumlingen haben auch erst am Freitag vom Tod Artur Fischers erfahren. Viele erinnerten sich an persönliche Begegnungen mit dem berühmten Sohn der Gemeinde.

Karriere mit Spielzeug und Dübel

Damit war der Baustein für die späteren Fischertechnik-Baukästen gelegt. Aber seine wichtigste Erfindung war der S-Dübel. Der Prototyp dazu ist 1958 an einem Tag entstanden. An einem Samstagmittag habe er den berühmten Dübel gefeilt, erinnerte sich Fischer vor Jahren: "Und dann hab ich gedacht: das isses!"

Damit lag Artur Fischer richtig. Heute produziert das Werk in Tumlingen 13 Millionen Dübel pro Tag. Etwas weniger bekannt ist eine andere Erfindung des cleveren Schwaben. Der erste synchron arbeitende Blitz an einem Fotoapparat. Der Blitzwürfel war eine Sensation - Agfa kaufte die gesamte Produktion und die Vermarktungsrechte.

Erbschaftsstreit überschattet die letzten Jahre

Schon 1980 hat Artur Fischer das Unternehmen an seinen Sohn Klaus übergeben, der es zu einer Weltfirma gemacht hat. Die neuen Managementmethoden haben seinem Vater nicht immer gefallen. Er konnte nur schwer von der Firma loslassen. Auch ein Erbschaftsstreit mit seiner Tochter hatte den Vorzeigeunternehmer sehr belastet.

Artur Fischer ist Menschen stets freundlich begegnet, mit festem Händedruck. Mit ihm verliert Deutschland einen schwäbischen Erfinder und Vorzeigeunternehmer. Die Fischer-Unternehmensgruppe, die Sohn Klaus Fischer leitet, beschäftigt heute über 5.000 Menschen weltweit.

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