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Eine Nacht mit Flüchtlingen in Meßstetten Saitenwürschtle und Freudentränen

Zimmerzuteilung oder einfach nur den Hunger stillen - die Mitarbeiter in der Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Meßstetten haben auch nachts viel zu tun.

Flüchtlinge beim Anmelden in der LEA Meßstetten

Ivanka Nakicivic (rechts) kümmert sich um jegliche Anliegen der Flüchtlinge.

Zur Zeit leben in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) in Meßstetten im Zollernalbkreis 2.300 Flüchtlinge. Die beiden SWR Reporterinnen Sandra Müller und Katharina Thoms haben eine Nacht bei den Flüchtlingen verbracht.

22 neue Flüchtlinge kommen an

Am Infoschalter bekommen die Flüchtlinge Hilfe oder fragen um Rat. Mitten in der Nacht um 1.00 Uhr kommen 22 neue Flüchtlinge auf die Schwäbische Alb. Sie sind mit Taschen und Tüten beladen und haben sich in warme Jacken gepackt. Die meisten der Neuankömmlinge sind Kinder. Die Mitarbeiter verteilen Bettwäsche, füllen erste Papiere aus und zeigen die Zimmer. Auch Essenwünsche werden mit einem warmen Saitenwürschtle oder auch Schokolade für die Kinder befriedigt. Was für die Mitarbeiter an der Infotheke eher ruhig und alltäglich ist, ist für die zwei Journalistinnen ganz schön umtriebig.

Flüchtiglinge warten geduldig auf die Annahme in der LEA Meßstetten

Schwer beladen kommen Flüchtlingsfamilien nachts an und warten am Infopoint auf ein Bett.

Freudentränen am Infopoint

Besonders rührend ist die Geschichte eines Irakers, der nach einem Monat seine Frau und seine drei Kinder wiedersieht. Da das Geld nicht reichte, um die Schlepper zu bezahlen, mussten sie sich auf der Flucht trennen.

Sicherheitskräfte sind vorsichtiger geworden

Nicht so erfreuliche Dinge wie Schlägereien gab es auch schon in der LEA. Doch die Mitarbeiter an der Infotheke haben keine Angst. Größere Sorge herrscht da eher bei den 40 Sicherheitskräften auf dem Gelände. Nach einer großen Schlägerei im November ist man vorsichtiger geworden. Die Sicherheitsmänner laufen nachts die Wege ab und gehen durch die Unterkünfte.

Zustand der Unterkünfte erschreckend

Den Zustand der Unterkünfte beschreiben die beiden Reporterinnen als erschreckend. Die Gänge und Räume sind verdreckt, es riecht nach Urin und nach vergammeltem Essen. Problematisch ist, dass immer weniger Flüchtlinge beim Saubermachen helfen wollen. Für 1,05 Euro die Stunde könnten sie mitarbeiten. Die Leitung hofft auf Besserung in der Zukunft.

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