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Zwei tote Skifahrer am Feldberg Erste Obduktions-Ergebnisse liegen vor

Nach dem tödlichen Skiunfall am Feldberg liegen erste Ergebnisse der Obduktion vor. Oberstaatsanwalt Michael Mächtel hat sich gegenüber dem SWR über den Hergang des Unglücks geäußert.

"Wir gehen davon aus, dass die beiden Skifahrer in einem spitzen Winkel zusammengestoßen sind", so Staatsanwalt Mächtel. "Dieser spitze Winkel und die Kollision würden die schweren Verletzungen nicht erklären, sodass wir den Schluss daraus ziehen, dass die Verletzungen dadurch entstanden sind, dass beide Skifahrer auf den Mast der Schneekanone aufgeprallt sind. Es gibt keine Hinweise auf Alkohol, Alkohol war nicht im Spiel, auch Drogen waren nicht im Spiel. Für ein individuelles Fehlverhalten von bestimmten Personen, auch des Liftbetreibers, gibt es derzeit keine Hinweise."

Obduktion bestätigt erste Ermittlungsergebnisse

Die Kriminalpolizei Freiburg hatte am Dienstag erste Details zum tödlichen Skiunfall auf dem Feldberg bekanntgegeben. Den Polizeiermittlungen nach waren die beiden Skifahrer von der Bergstation Seebuck am Feldberg aus gestartet und in mittelschnellem Tempo unterwegs. Am Familienhang beim Resilift seien sie aus noch ungeklärter Ursache zusammengestoßen und dabei gegen den Mast einer Schneekanone geschleudert worden. Durch die Wucht des Aufpralls sollen sich die Männer die tödlichen Verletzungen zugezogen haben. Die Helme, die beide trugen, weisen laut Polizei aber keine offensichtlichen Beschädigungen auf.

Mast nur mit einfacher Schaumstoffmatte geschützt - fahrlässig?

Schneebedeckter Skihang mit einer Schneekanone

An diesen Mast sollen zwei Skifahrer geprallt sein

Ein Mann, der inzwischen Anzeige erstattet hat war am Sonntag auf der gleichen Piste zum Skifahren, auf dem der tödliche Unfall passiert ist, sagte er gegenüber dem SWR. "Dieser eine Mast, beziehungsweise diese Schneekanone liegt ja mitten auf der Piste und wenn man sieht, dass da nur eine einfache Schaumstoffmatte angebracht ist, dann denke ich einfach mal, dass das fahrlässig ist. Das muss über die Staatsanwaltschaft Freiburg ermittelt werden, ob hier ein Mitverschulden des Liftbetreibers vorhanden ist. Der Feldberg ist ja mittlerweile völlig überlaufen. Natürlich kann man ein Parkhaus bauen für mehrere Millionen, aber an der Sicherheit auf den Pisten sollte man nicht sparen."

Derweil sieht der Liftverbund Feldberg keine Notwendigkeit, die Sicherheitsstandards im Skigebiet in Frage zu stellen. Sollte die Polizei allerdings Sicherheitslücken feststellen, werde man nachbessern, so Feldbergs Bürgermeister Stefan Wirbser.

Opfer sollen erfahrene Skifahrer gewesen sein

Zum Zeitpunkt des Unglücks war zwar der größte Andrang auf der Piste vorbei, allerdings sei immer noch viel los gewesen, so die Polizei. Die beiden Opfer, ein 29-jähriger Elsässer und ein 30-Jähriger aus dem Landkreis Böblingen sollen erfahrene Skifahrer gewesen sein.

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1:59 min | Mo, 25.1.2016 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Nicht nur für Wintersportler war es die Schockmeldung des Wochenendes: Auf dem Feldberg sind zwei Skifahrer bei einem Zusammenstoß tödlich verunglückt. Ausgerechnet auf einer Anfängerpiste ereignete sich der tragische Unfall.

Kurz vor der Talstation waren die beiden Skifahrer am Sonntagnachmittag am Feldberg im Südschwarzwald trotz guter Schnee- und Sichtbedingungen zusammengeprallt und noch am Unfallort gestorben. Der Unfall passierte kurz vor Liftschluss an einem relativ flachen Hang, rund 100 Meter vor der Talstation im Bereich des Resiliftes.

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