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Untersteller fordert Fessenheim-Aus "Unzumutbares Risiko für Baden-Württemberg"

Baden-Württembergs Umweltminister Untersteller hat erneut die Schließung des Kernkraftwerks im elsässischen Fessenheim gefordert. Anlass ist ein neues Gutachten.

Franz Untersteller, im Hintergrund das AKW Fessenheim.

Umweltminister Untersteller bleibt beunruhigt

"Fessenheim entspricht trotz einiger Nachrüstungsmaßnahmen nicht dem notwendigen Sicherheitsstandard einer atomaren Anlage" - zu diesem Schluss kommt Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) nach einem weiteren Sicherheitsgutachten des Darmstädter Öko-Instituts. Das Risiko, das von diesem Kernkraftwerk für Mensch und Umwelt ausgehe, sei zu hoch. Er habe deshalb die französische Regierung erneut aufgefordert, die beiden Reaktorblöcke in Fessenheim stillzulegen.

Das Gutachten war vom Umweltministerium als Folgegutachten in Auftrag gegeben worden. Bereits vor drei Jahren hatte das Öko-Institut in einer ersten Expertise zu niedrige Sicherheitsstandards bemängelt.

Untersucht wurde nun, ob sich bei den früher betrachteten Schwachstellen Verbesserungen ergeben hätten. Die Ergebnisse betätigten jedoch: Das grenznahe AKW Fessenheim sei ein für Baden-Württemberg unzumutbares Sicherheitsrisiko. So gebe es nach wie gefährliche Schwachstellen, zum Beispiel bei der Erdbebensicherheit, der Lagerung der Brennelemente oder dem Schutz vor Überschwemmungen. Bei der Notstromversorgung seien deutsche Anlagen gegenüber Fessenheim besser auf Probleme vorbereitet.

Das neue Gutachten attestiert dem Kraftwerk aber auch Verbesserungen. So seien einige Nachrüstungen geeignet, den Sicherheitsstatus der Anlage zu verbessern.

Die beiden Reaktoren in Fessenheim wurden 1977 in Betrieb genommen und sind damit die ältesten in Frankreich. Atomkraftgegner und Politiker in Frankreich, Deutschland und der ebenfalls nahe gelegenen Schweiz fordern seit langem die Stilllegung des als besonders pannenanfällig geltenden Atomkraftwerks am Oberrhein.

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