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Uniklinik Freiburg Zika-Virus ist auch hierzulande möglich

Am Freiburger Uniklinikum rechnet man täglich mit einem Auftauchen des sogenannten Zika-Virus. Bei der aktuellen Epidemie in Lateinamerika könnten sich Reisende leicht anstecken.

Die Weltgesundheits-Organisation WHO hat seinetwegen den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. In Brasilien breitet sich das Zika-Virus rasend schnell aus und auch Reisende aus Deutschland haben sich schon infiziert. Bundesweit seien mindestens fünf Fälle nachgewiesen, so die Virologin Daniela Huzly von der Uni Freiburg. Gefährlich ist das Virus vor allem für ungeborene Kinder, für Erwachsene sei das Virus eher harmlos. Übertragen wird das Virus von der Tigermücke. Und die hat sich spätestens seit letztem Sommer in Südbaden eingenistet. Diese Stechmücke brütet in stehenden Gewässern und vermehrt sich in Lateinamerika gerade jetzt während der Regenzeit explosionsartig.

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2:17 min

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Uniklinik Freiburg

Steht das Zika-Virus vor der Tür?

Michael Hertle

Am Freiburger Uniklinikum rechnet man täglich mit einem Auftauchen des sogenannten Zika-Virus. Bei der aktuellen Epidemie in Lateinamerika könnten sich Reisende leicht anstecken.

Brasiliens Frauen sind alarmiert: Gefahr droht während der Schwangerschaft. Das Zika-Virus steht im Verdacht, in den ersten Schwangerschaftsmonaten eine Missbildung des kindlichen Gehirns auszulösen. Abschließend wissenschaftlich bewiesen ist das zwar noch nicht, aber in Brasilien häufen sich die Fälle von Kindern, die mit zu kleinem Kopf und schweren Behinderungen durch Gehirnmissbildung geboren werden.

Aus Süden eingeschleppt - Tigermücke in Freiburg nachgewiesen

In Wasserfässern einer Kleingartenanlage in Freiburg brütet die Tigermücke seit letzten Sommer. Sie ist offensichtlich aus dem Süden eingeschleppt worden. Die Tigermücke ist sehr aggressiv und sticht jeden, der ihr in die Quere kommt. Damals haben Schnakenbekämpfer alles getan, um sie zu bekämpfen. Sie haben Regentonnen desinfiziert, Fallen aufgestellt - Prävention damit sich die Tigermücken bei uns nicht vermehren. Zurzeit sind in der Gartenkolonie keine Mücken zu sehen, aber wegen des milden Winters dürften einige Mückeneier sicher überlebt haben. Dennoch, mit Zika-Viren anstecken könne man sich hier nicht, sagen Experten.

Experte: Ansteckungsgefahr hierzulande sehr gering

Artur Jöst von der Aktionsgemeinschaft Schnakenbekämfpung KABS, Speyer beruhigt: "Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung hierzulande ist sehr, sehr gering. Zum Einen gibt es die Tigermücke bisher nur in geringer Zahl. Zum zweiten ist auch das Virus bei uns nur sehr selten nachgewiesen worden." Denn dem Zika-Virus sei es bei uns viel zu kalt. Es sterbe daher nach kurzer Zeit ab.

Empfehlungen für Reise zu Olympischen Spielen

Wer aber nach Lateinamerika reist, der sollte Mückenmittel mitnehmen, um die aggressive Stechmücke so gut es geht fernzuhalten. Denn Medikamente oder eine Impfung gegen Zika-Viren gibt es noch nicht. Und schwangeren Frauen rät selbst Olympiagastgeber Brasilien dringend von einer Reise zu den Spielen ab.

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