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Missbrauchsprozess am Landgericht Freiburg Lebensgefährtin belastet Angeklagten schwer

Im Missbrauchsprozess vor dem Landgericht Freiburg hat die Lebensgefährtin den Angeklagten schwer belastet. Er soll ihre Tochter über 300 Mal zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben.

Schattenhände greifen nach einem Kind daneben ein Schild Landgericht Freiburg

Landgericht Freiburg verhandelt Kindesmissbrauch in 300 Fällen

Unter Tränen erzählte die Zeugin, wie sie den 36-jährigen französischen Angeklagten bei Facebook kennen gelernt und sich in ihn verliebt hatte. Kurz darauf sei der Franzose zu ihr und ihrer damals 12-jährigen Tochter nach Bad Krozingen gezogen. Er habe sich dann aber zunehmend wie ein Tyrann verhalten und sie geschlagen. Weil sie selbst von ihm so erniedrigt worden sei, habe sie nicht mitbekommen, wie der Angeklagte sich schon bald an ihrer Tochter verging. Erst zwei Jahre später habe sie die beiden beim Geschlechtsverkehr erwischt. Auch die Tochter hat in einer vierstündigen nichtöffentlichen Vernehmung die Übergriffe ausführlich geschildert.

Stieftochter mehr als 300 Mal missbraucht?

Laut Anklage soll der 36-Jährige zwischen 2013 und 2015 seine Stieftochter mehr als 300 Mal sexuell missbraucht haben. Ferner wird dem Angeklagten vorgeworfen, bei einem Besuch seiner Stieftochter in Paris, wo er inzwischen wohnte, das Mädchen zur Prostitution gezwungen zu haben. Er soll sie durch Stiche mit einem Messer gefügig gemacht haben.

Angeklagter Franzose streitet alles ab

Der Angeklagte selbst bestreitet die Vorwürfe. Die Anschuldigungen seien frei erfunden. Die Mutter des Opfers habe ihn möglicherweise aus Rache angezeigt, weil er sich von ihr getrennt hatte, so die Darstellung des 36-Jährigen. Über seinen Anwalt beanstandete er außerdem, dass er wegen des mutmaßlichen Missbrauchs von den Mitinsassen der JVA Freiburg Morddrohungen erhält. Ein Urteil wird Anfang der kommenden Woche erwartet.

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