Bitte warten...

Kommentar Kurswechsel bei Heckler & Koch?

Gibt es ein Umdenken beim Waffenhersteller Heckler & Koch? Jahrelang kämpft das Unternehmen für Exportgenehmigungen, lenkt jetzt ein und will nur noch solide Staaten beliefern. Ein Kommentar von Kai Laufen.

Kai Laufen

Kai Laufen

Es wäre ein kompletter Kurswechsel für Heckler & Koch. Mehrheitseigner Andreas Heeschen war in den vergangenen Jahren einen aggressiven Exportkurs gefahren – und damit auf wachsenden Widerstand gestoßen: Bei der deutschen Öffentlichkeit, bei der Friedensbewegung und bei Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Dessen Taktik im Umgang mit Heckler & Kochs Exportbestrebungen besteht vor allem in Aussitzen: Jahrelang stauen sich die Anträge auf Ausfuhr etwa in den Oman, nach Singapur oder nach Saudi Arabien, wo eine G-36-Lizenzfabrik nicht arbeiten kann, weil H & K bestimmte Schlüsselkomponenten nicht liefern darf. Im Sommer bekam die Firma sogar vom Frankfurter Verwaltungsgericht Recht mit ihrer Klage gegen diese politisch motivierte Untätigkeit.

Aber es tut sich weiterhin: nichts. Und das Signal nach Oberndorf ist allzu deutlich. Hinzu kommt, dass – weltweit einmalig – frühere Manager von Heckler & Koch in Stuttgart angeklagt werden, illegal G-36-Gewehre in Unruheprovinzen Mexikos exportiert zu haben. Das alles sind Hemmschuhe für ein Geschäft, das ansonsten gar nicht schlecht läuft. Zuletzt hat die französische Armee einen Großauftrag in Oberndorf platziert, die Firma schreibt wieder schwarze Zahlen. Da fällt es offenbar leichter, sich von komplizierten Kunden zu trennen. Dass dies rein betriebswirtschaftliche Gründe und nichts mit Selbstkritik und ethischen Prinzipien zu tun hat, lässt sich an der Art und Weise ablesen, wie die Information nun in die Öffentlichkeit gestreut wird: Statt einer stolzen Pressemitteilung oder gar einem symbolischen Akt schickt man einen Manager vor, der ein paar Details offenbart und anonym bleiben will. Schade, ein Imagewechsel sieht anders aus.

Aktuell in Baden-Württemberg