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Handgranatenwurf in Villingen Verträge mit Security-Firma gekündigt

Deutliche Reaktion nach dem Handgranatenwurf in der Erstaufnahmeeinrichtung: Das Regierungspräsidium Freiburg kündigte fristlos die Verträge mit der zuständigen Sicherheitsfirma.

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2:01 min | Fr, 19.2.2016 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Handgrantenwurf in Villingen-Schwenningen

Sicherheitsdienste als Risiko?

Die Sicherheitsfirma der attackierten Flüchtlingsunterkunft könnte in fragwürdige Geschäfte verwickelt sein. Donnerstagabend hat das zuständige Regierungspräsidium der Firma fristlos gekündigt.

Diese Firma war in Rivalitätskämpfe mit anderen Sicherheitsunternehmen verwickelt. Im Verlauf dieser Auseinandersetzungen war am 29. Januar eine mit Sprengstoff gefüllte Granate vor dem Container der Wachleute eines Flüchtlingsheims in Villingen-Schwenningen aufgeschlagen. Diese explodiert nicht und niemand wurde verletzt. Den Recherchen des SWR zufolge sollen sich die Sicherheitsunternehmen unerlaubt abgesprochen haben, wer welches Flüchtlingsheim übernimmt, damit alle am Geschäft beteiligt sein können.

Security-Firma blieb erforderliche Nachweise schuldig

Die Verträge seien gekündigt und die Firma und ihre Subunternehmer aufgefordert worden, die Unterkünfte zu verlassen, teilte das Regierungspräsidium Freiburg am Donnerstag mit. Man habe "verlässliche Informationen erhalten, die diesen Schritt erforderlich gemacht haben", hieß es weiter. Zudem sei die Firma nicht in der Lage gewesen, fristgerecht die geforderten Zuverlässigkeitsnachweise vorzulegen. Die Sicherheitsfirma werde einschließlich ihrer Subunternehmen auch nicht mehr an der Erstaufnahmestelle Donaueschingen eingesetzt, hieß es in der Mitteilung weiter. Andere Unternehmen sollen die Überwachung der Unterkünfte übernehmen. Ein Verfahren zur Neuausschreibung aller Überwachungsverträge in den Einrichtungen des Regierungspräsidiums sei bereits eingeleitet.

Fremdenfeindlicher Hintergrund mittlerweile ausgeschlossen

Hintergrund ist nach Ansicht der Ermittler ein Konkurrenzkampf unter Sicherheitsfirmen, drei Verdächtige sitzen in Haft. Die Polizei ermittelt aber auch wegen des Verdachts des Betrugs und des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelten gegen Firmen, die dem Sicherheitsgewerbe angehören. Dazu gab es eine Razzia. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund der Tat wurde mittlerweile ausgeschlossen.

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